MUT ZUR MENSCHLICHKEIT (mit Sven H. Korndörffer)
Shownotes
MUT ZUR MENSCHLICHKEIT (mit Sven H. Korndörffer)
Sven H. Korndörffer hat fast drei Jahrzehnte in Vorstandsetagen verbracht – bei der Norddeutschen Landesbank, der Aareal Bank, zuletzt als Bereichsvorstand Konzernkommunikation der Commerzbank. Er hat Krisen gesteuert, Strategien kommuniziert und dabei eine Überzeugung geschärft, die er heute kompromisslos vertritt: Wir können uns Chefs ohne Empathie nicht mehr leisten. Seit 2005 ist er Vorsitzender der Wertekommission, heute Berater, Autor des Bestsellers „Die Wertschätzungskette" – und jemand, der Führung nicht als Organigramm versteht, sondern als moralische Haltung.
Kann Empathie wirklich gelernt werden? Oder braucht es Menschen, die von Haus aus ein Gefühl für andere haben – und die Freude daran, zu führen, statt nur Karriere zu machen?
Ein Gespräch über Selbstachtung als Voraussetzung für Führung, über Macht als Verantwortung statt als Ego-Befriedigung und über den Unterschied zwischen autoritärem Gehabe und natürlicher Autorität – die einem nicht genommen, sondern zugeschrieben wird.
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00:00:02: Führung,
00:00:04: Macht oder gelebte Haltung.
00:00:07: Wir reden viel darüber, was gute Führung sein soll.
00:00:11: Aber am Ende zählt, ob Menschen sich gesehen fühlen, ob Entscheidungen klar sind und trotzdem Raum für Zweifel, Emotionen und Widerspruch lassen.
00:00:19: Vertrauen, Klarheit, Beziehung.
00:00:22: In dieser Folge geht es genau darum, wie aus Wertschätzung eine echte Wertschätzungskette wird.
00:00:27: Warum Ratio wichtig, aber nicht alles ist?
00:00:30: und wieso Haltung am Ende über Erfolg entscheidet.
00:00:33: Wir sprechen darüber, was wir uns von Menschen wünschen,
00:00:36: die führen
00:00:37: und wie gelebte Demokratie, im Unternehmen, Glaubwürdigkeit und Vertrauenschaft.
00:00:41: Darüber spreche ich in dieser Folge von der Arbeit mit Sven Kornefer.
00:01:00: Glückauf und herzlich willkommen zur einundreißigsten Folge von In Arbeit.
00:01:05: Sicherlich kennt ihr das aus Kindheitstagen oder auch als Erwachsener, wenn ihr euch auf einen Tag freut, als wäre es euer Geburtstag oder vielleicht sogar Weihnachten.
00:01:13: Ich will nicht übertreiben, aber ich habe mich tatsächlich wirklich heute auf diesen Tag sehr, sehr gefreut und bin froh, dass ich meinen Gast heute hier präsentieren kann, denn er lebt genau das vor, was wir hier in der zweiten Staffel von in Arbeit besprechen.
00:01:26: Wir sprechen über Werte, echte Werte, über die, die nicht auf Folien stehen, sondern im Alltag tragen über Verantwortung, Vertrauen und Haltung.
00:01:35: Sven Korndörfer war über twenty-fünf Jahre Kommunikator, Vorstand Krisenmanager an der Schnittstelle von Wirtschaft, Gesellschaft und Ethik.
00:01:45: Er ist Vorstand der Wertekommission Berater, Denker und Autor und er hat ein Buch geschrieben, das im besten Sinne still laut ist.
00:01:53: Die Wertschätzungskette.
00:01:56: Herzlich willkommen, lieber Sven.
00:02:02: Schön bei dir zu sein heute, dass man die Sonne scheint und das macht auch, glaube ich, gerade unsere Gesprächsatmosphäre aus.
00:02:08: Herrlich, herrlich.
00:02:09: Schön, dass du dich so heimlich fühlst.
00:02:10: Hast du gut aus Wiesbaden hierher gefunden?
00:02:12: Absolut.
00:02:13: Durchs Ruge, sich durchzuschlängen, ist immer eine echte Herausforderung.
00:02:17: Aber dann bin ich hier im sonnigen Buch um angekommen bei dir.
00:02:19: Insofern, was ist das?
00:02:21: Sehr schön, sehr schön.
00:02:22: Wir sprechen heute in Arbeit über Haltung sicherlich auch über Werte, primär auch über dein Buch.
00:02:29: Vorangegangen möchte ich aber erst einmal wissen, wer du bist bzw.
00:02:33: was du so bisher alles gemacht hast.
00:02:35: Du hast als Student gegründet, warst viele Jahre in der Bankenwelt, Konzernsprecher, später Berater.
00:02:42: Wenn man dein Weg so anschaut, zieht sich etwas durch, nämlich Verantwortung übernehmen, wenn es unbequem wird.
00:02:47: Würdest du das so unterschreiben?
00:02:49: Tatsächlich, das war auch immer der Fall.
00:02:50: Und wenn ich auch gerne Verantwortung nehme, das habe ich zu Hause gelernt.
00:02:54: Und mein Vater war auch Unternehmer.
00:02:58: Und da war Unternehmen und machen jeden Tag das Programm.
00:03:03: Und wenn das in der DNA so mit drin ist zu Hause, dann geht auch immer alles.
00:03:08: Geht nicht, gibt's nicht.
00:03:10: Und wenn es bis morgens um sechs Uhr dauert, haben wir heute Nacht auch gemacht und meine Kollegin auch bis vier Uhr gearbeitet, damit wir die Sachen um die Kurve bekommen.
00:03:17: Weil wir einfach auch ja in positiven Verrückten sind.
00:03:20: Wir sind Qualitätsvernaheticker und wollen die Dinge einfach gut machen und für die Menschen auch einen guten Job machen.
00:03:26: Verantwortung tragen war immer schon zu Hause gegeben.
00:03:42: Oder was war dein prägenster Moment, an dem du verstanden hast, was Haltung im Beruf wirklich bedeutet, wenn du sagst, ich hab schon früh Verantwortung übernommen?
00:04:04: Wenn du im Unternehmen arbeitest, hast du ja sehr unterschiedliche Menschen, einfach für diese Menschen da zu sein.
00:04:10: Und zwar über den beruflichen Kontext hinaus, dass du, wenn das Kind krank ist, wenn ein Familienmitglied Probleme hat, dass man einfach sich auch wirklich hilft und nicht sagt, du arbeitest dir von... Neun bis fünf und der Rest interessiert mich nicht, sondern dass man die für die Menschen da ist.
00:04:26: Das habe ich zu Hause gelernt.
00:04:28: Bei uns waren zu Hause immer Menschen an Feiertagen, Weihnachten, Ostern.
00:04:33: Und ich habe als Kind immer gefragt, als Kind sieht man das vielleicht ein bisschen anders.
00:04:37: Warum sind denn Menschen bei uns zu Hause wieder?
00:04:40: Oder sind wir nicht alleine Weihnachten?
00:04:41: Und dann hat meine Mutter gesagt, wir haben Gäste oder wir haben Freunde da, weil wir Menschen sind.
00:04:47: Partner verloren haben, Tod getrennt waren oder andere menschliche Themen da waren.
00:04:53: Und wir waren immer ein Hort für Menschen, denen es nicht gut ging.
00:04:56: Und haben für die im Grunde einfach gefühlt auch Verantwortung
00:04:59: bekommen.
00:05:00: Ja, ich habe gelesen, dass deine Mutter sehr menschlich war und auch gerne Menschen um sich hatte.
00:05:05: Absolut.
00:05:05: Ja, ihr macht seit forty- vier Jahren einen Salon im Bonn.
00:05:08: Ja.
00:05:08: Das habe ich auch in Paris keiner geschafft.
00:05:10: und früher immer jeden ersten Freitag im Monat, sechszig bis achtzig Gäste privat mit Künstlern.
00:05:17: Lebenskünstlern, Journalisten, Unternehmern, Politikern.
00:05:21: Und da gab es immer Musik.
00:05:23: Und das war jeden ersten Freitag im Monat.
00:05:24: Neu-Deutsch würde man sagen, eine Netzwerkerin.
00:05:27: Ja, früher mit Annes Chalonier, wie man das früher genannt hat, um eighteenhundert, neunzehnthundert.
00:05:32: Aber ich glaube, niemand hat das so lange gemacht.
00:05:34: Sie macht es bis heute.
00:05:35: Sie wird neunzebzig im Jahr noch.
00:05:36: Das
00:05:36: finde ich spitzeklasse.
00:05:38: Sehr cool.
00:05:39: Du hast gesagt, Führung beginnt beim Selbstbewusstsein, nicht beim Organigramm.
00:05:44: Wann hast du zum ersten Mal erlebt, oder vermisst.
00:05:48: Du machst dir selber eine Metamorphose durch.
00:05:50: Am Anfang glaube ich, das ist ja so... Ich bin immer sehr jung in Funktionen gekommen, auch in Verantwortung.
00:05:56: Und natürlich, glaube ich, hat man eine Unsicherheit.
00:05:58: Kann das durch Eifer oder hast du das angezogen?
00:06:00: Oder wo war das eine bewusste Entscheidung?
00:06:02: Ich will früh viel Verantwortung und Führungspositionen innehaben.
00:06:06: Ich bin im politischen Bonn groß geworden und habe viele Menschen erlebt, die einfach in Verantwortung auch waren.
00:06:11: Und auch Menschen, die mich begleitet haben durch mein Leben, die immer in Verantwortung vor der Position war.
00:06:15: Und aber das fast wie ein natürlicher Weg, also das, was die machen, finde ich toll.
00:06:20: Und das wird mir auch total gut gefallen.
00:06:22: So bin ich sehr früh in Verantwortung gekommen.
00:06:24: Nichtsdestotrotz hast du ja nicht in jungen Jahren sofort eine totale Sicherheit.
00:06:29: Also du versuchst dir auch zu sagen, ich bin jetzt Chef, wie gehe ich damit um?
00:06:32: Oft werde ich gefragt von jungen Führungskräften.
00:06:35: Ich habe jetzt Mitarbeiter, wie gehe ich denn damit um, wenn ich zu viel Nähe zeige, verliere ich meinen Respekt.
00:06:40: Das
00:06:40: ist
00:06:40: ein riesen Thema.
00:06:41: Ja,
00:06:41: absolut.
00:06:42: Kann ich auch nachvollziehen.
00:06:43: Zutiefst
00:06:44: überzeugt, dass ich viel näher geben muss.
00:06:46: Distanz ist immer einfacher als ein Nähe, weil Nähe ist viel wirkungsvoller und effektiver.
00:06:52: Wenn du eine natürliche Autorität sein magst als Führungskraft, dass die Menschen dich einfach anerkennen.
00:06:56: Ja, kommen wir sicherlich gleich nochmal drauf.
00:06:59: Ich bin gespannt.
00:06:59: Das ist ein sehr komplexes Thema.
00:07:01: Aber für alle die da draußen, ihr müsst das Buch lesen.
00:07:05: Aber wir kommen vielleicht dazu.
00:07:07: Welche Werte wurden dir mitgegeben und welche hast du dir hart erarbeitet Sven?
00:07:12: Welche Werte wurden mir mitgegeben?
00:07:15: Zuversicht.
00:07:16: Also unabhängig jetzt von den Werten der Wertekommission, die ich ja seit zwanzig Jahren als Vorsitzender leite, Da haben wir Vertrauen, Verantwortung, Respekt, Integrität, Nachhaltigkeit und Mut.
00:07:26: Es war das Zuversicht.
00:07:28: Ich war kein guter Schüler.
00:07:29: Bin gerne in die Schule gegangen, aber war kein guter Schüler.
00:07:32: Mir wurde zu Hause immer gesagt, du schaffst das.
00:07:34: Du wirst das schaffen, du wirst deinen Weg machen.
00:07:36: Und das hat sich für mich bis heute durchgezogen.
00:07:39: Wenn es etwas Schwieriges zu tun gilt, weiß ich immer, das kriegen wir hin, egal wie es funktioniert.
00:07:45: Und das ist schön, dass man das mitbekommt.
00:07:48: Da kann man nur allen Eltern zu rufen.
00:07:50: Gibt auch den Kindern wirklich Zuversicht.
00:07:52: Weißt du, was mir gerade im Einfelds wenn?
00:07:53: Ich sage meinen großen, ich habe drei Kinder, zwei große Tüchter und einen etwas jüngeren Sohn mit dreieinhalb, großen, achtzehnundzwanzig und den habe ich.
00:08:02: Immer erzählt und immer gesagt, wenn sie mit Themen zu mir gekommen sind, es gibt kein Thema, was wir nicht lösen können.
00:08:07: Wir können alles lösen, gemeinsam, bis auf ein paar Krankheiten, die man nicht heilen kann.
00:08:13: Aber ansonsten ist alles lösbar.
00:08:15: Und ich glaube, ich bin mir sicher, dieses Vertrauen und diese Sicherheit, die du in dem Moment ausstrahlst.
00:08:21: die können die Kinder hinterher verkörpert.
00:08:23: Ist ja mit Kindern genauso.
00:08:24: Ich bin meinem Sohn in Urlaub gefahren und habe ihn gefragt, was ist denn die wichtigste Bildung im Leben?
00:08:28: und wollte ein bisschen was erzählen.
00:08:30: Und er sagte, wir aus der Pistole geschossen, wenn man sich liebt,
00:08:33: Papa.
00:08:34: Das lasse ich einfach mal so stehen.
00:08:35: Kommen wir direkt zum nächsten Thema, weil das passt gerade.
00:08:38: Ganz gute Sprechen über dein Buch.
00:08:39: Haben wir jetzt lange darauf gewartet und in deinem Vorwurf und da habe ich glasige Augen bekommen.
00:08:44: Bewusste Entscheidung, dass ich das jetzt mit aushole.
00:08:46: Ich hoffe, dass es für dich okay steht.
00:08:47: Dieses Buch für mein geliebten Sohn Thies, mein großes Vorbild für Empathie, Sensibilität und Kreativität.
00:08:55: Schöner kann man es nicht schreiben.
00:08:57: Ich habe ihn gefragt, ob er das so okay ist oder ob er das anders haben mag.
00:09:01: Und er sagt, nein, Papa, das finde ich schön.
00:09:03: Das passt.
00:09:03: Das ist schön, weil er hat diese Sensitivität.
00:09:06: Der ist ein sehr waches Kind und ist es einfach meine Liebe.
00:09:12: Sehr schön, sehr schön.
00:09:12: Wie alt ist Tis?
00:09:13: Zwölf.
00:09:14: Er ist aber schon sehr reflektiert.
00:09:16: Aber du hattest dich auch als Papa.
00:09:18: Ja, und eine tolle Mama, die das ihr übrigens dazu beitut.
00:09:20: Wir sind beide, das ist das Schönste, was wir einfach in dem Leben gemeinsam produziert haben.
00:09:25: Das weiß ich für dich jetzt nicht, aber grundsätzlich finde ich das auch das Schönste, absolut.
00:09:30: Sprechen wir über deinem Buch die Wertschätzungskette.
00:09:33: Du schreibst, dass Wertschätzung kein Softskill, sondern eine systemische Energiequelle ist.
00:09:38: Du beschreibst eine Kette von Selbstachtung zu Achtung von anderen, zu Verantwortung, zu Vertrauen, zu Leistung und zu Sinnen.
00:09:47: Und dass alle diese Glieder gepflegt werden müssen.
00:09:50: Hol da draußen die Leute doch einmal ab, was du damit
00:09:52: meinst.
00:09:53: Ich glaube, was wünschen wir uns denn einfach von Menschen, die Menschen führen?
00:09:58: Das ist, glaube ich, ganz simpel.
00:09:59: Und da gibt es ganz unterschiedliche Dinge.
00:10:01: Eines ist schon mal Empathie.
00:10:02: Ich muss mich doch als Führungskraft, wenn ich führen möchte, ist übrigens eine gute Frage.
00:10:07: Viele wollen Karriere machen und das heißt immer führen.
00:10:10: Karriere machen kann aber auch sein, dass man sich sozusagen fachlich an die Spitze arbeitet und Topfachkraft ist.
00:10:16: Nicht jeder kann wirklich führen.
00:10:18: Ich glaube, das haben wir beide auch oft erlebt.
00:10:20: Sondern wir brauchen Menschen, die... einfach ein Gefühl haben für Menschen und die Freude daran haben, Menschen zu führen.
00:10:26: Also ich muss eine wirklich starke Empathie haben und mich auch im Menschen hineinfüllen können.
00:10:31: Ich muss auch übrigens eine Entscheidungsfähigkeit haben.
00:10:34: Die Entscheidung, dann auch den Sprung zu machen bei Uninnovationen.
00:10:37: Kennen wir das aus den letzten zwanzig, dreißig Jahren, das wir immer sagen, wir erfinden, aber wir setzen nicht um.
00:10:43: Und das ist ja genau das, was wir gerade nicht tun.
00:10:45: Wir müssen genau das tun jetzt.
00:10:48: machen und entscheiden und uns verändern, das tut keiner.
00:10:52: Und auch Fühlbarkeit.
00:10:53: übrigens ist ja auch eine der Ketten der Wertekommission, der Wertschätzungskette.
00:10:57: Wir müssen Fühlbarkeit und Emotionen zulassen.
00:11:00: Wir denken immer in der Ratio.
00:11:02: Würdest du sagen Empathie ist erlernbar?
00:11:06: Gute Frage.
00:11:09: Wenn ich jemand permanent Coach in bestimmten Dingen kann, kann ich bestimmte Dinge sicherlich erlernen.
00:11:14: Aber die Frage ist, Ist das wirklich in mir drin?
00:11:17: Oder wenn ich nicht mehr gecoached werde oder nicht mehr begleitet werde, verliert sich das wieder.
00:11:22: Also, es ist nicht wie Fahrradfahren.
00:11:24: Ich weiß, was du meinst.
00:11:25: Und deswegen, du musst einfach ein Gefühl für Menschen haben, musst Freunde an Menschen haben.
00:11:29: Und ich finde, diese Füllbarkeit zu erzeugen, ist überhaupt das, was... grundsätzlich wichtig ist.
00:11:35: Wir sind es doch gerade auch in der gesamten politischen Arbeit.
00:11:37: Es ist übrigens auch ein Thema.
00:11:39: Wenn ich immer nur in der Ratio bin, kriege ich keinen mit.
00:11:41: Diejenigen, die an den Rändern sind, die schaffen eine Fühlbarkeit, die viele mitnimmt.
00:11:46: Die Volksparteien lassen die aber missen gerade.
00:11:48: Das heißt, du musst immer beides kombinieren.
00:11:51: Ratio und Fühlbarkeit, weil die Fühlbarkeit geht ins Herz.
00:11:54: Und dann nimmst du die Menschen mit und dann haben die auch Lust mit dir.
00:11:57: Wirklich genau das zu tun, nach vorne zu gehen, zu gestalten.
00:12:00: Dann sind wir weder in der Kette, wo auch Vertrauen eine Rolle spielt.
00:12:03: Und wenn du diese Kette aber auf dein eigenes Leben legst, an welchem Glied warst du selbst mal kurz davor, genau dies zu verlieren?
00:12:11: Dies zu verlieren, das ist eine gute Frage.
00:12:13: Ich versuche mir immer, sehr treu zu sein.
00:12:16: Niemand ist unfehlbar.
00:12:17: Es gibt ein Lied von BAP, eine schöne Josef, die unfehlbar sind.
00:12:21: Und ich glaube, ich bin fehlbar, du auch.
00:12:23: Und alles ist fehlbar.
00:12:24: Wichtig ist, dass man immer mit sich selbst in die Reflexion geht.
00:12:28: Dass man Menschen um sich herum hat, die einen in aller Härte, die aber einen wirklich mögen, die, sagen wir im wahrsten Sinne, das wollen wir lieben.
00:12:35: Aber dir ganz klar sagen, so geht das nicht.
00:12:38: Und du auch das dann auch aufnimmst.
00:12:40: Und deswegen ist Selbstreflektion auch einer der wichtigsten Eigenschaften, die jemanden, der führt, haben muss.
00:12:47: Du musst am nächsten, ich hab es erlebt, ich hab einen CEO gehabt, mit dem hab ich einen harten Auseinandersetzung gehabt.
00:12:51: Und am nächsten Morgen, ich hab darüber nachgedacht, es tut mir leid, das war ein Fehler von mir.
00:12:56: Das fand ich richtig stark, weil es übrigens nicht selbstverständlich ist.
00:13:00: Und das hat mir auch wieder gezeigt, wie wichtig es ist, dass man sich entschuldigen kann und sagen kann, das war falsch.
00:13:06: Gebe ich dir vollkommen recht und bei Selbstreflexion bin ich dann auch gleich bei Selbstachtung.
00:13:12: Du sagst, Führung beginnt bei der Selbstachtung.
00:13:14: Heißt das dann für dich, wer sich selbst nicht achtet, kann auch andere nicht führen?
00:13:18: Wenn du mit dir selbst nicht umgehen kannst, kannst du mit anderen auch nicht umgehen.
00:13:21: Du brauchst ja auch immer, ich glaube, man braucht für sich immer ein Ruhepol, man braucht eine innere Mitte.
00:13:26: um mit anderen umzugehen.
00:13:29: Und wenn du das für dich nicht kannst und mit dir nicht selbst umgehen kannst, dich auch nicht selbst reflektierst, dann kannst du auch nicht mit anderen umgehen und auch anderen nicht reflektieren.
00:13:37: Und das ist ja genau der Punkt.
00:13:39: Jeden Tag, ich bin in den, da wo es ging von der Größenklasse in den Unternehmen, jeden Tag im Büro der Mitarbeiter gewesen, bin zu ihnen jedes Büro ran, hab guten Morgen gesagt, um einfach auch immer den Kontakt zu haben.
00:13:51: Das
00:13:51: ist auch noch was mit Respekt zu tun, ne?
00:13:53: Ja, erst mal ... Fachlich ist es eine, das andere ist aber strahlen die Augen.
00:13:58: sieht man ihm an, dass irgendwas ist.
00:14:00: Und wenn das mit dem Kind irgendwas ist, dann kann ich vielleicht helfen.
00:14:03: Vielleicht kann ich einen Arzt besorgen, vielleicht kann ich am Kita-Platz was tun und kann mich da einbringen.
00:14:08: Was es auch immer ist, für mich geht Führung über diesen beruflichen Kontext, wenn der Genehmig das will, wirklich hinaus, weil wir sind ja eine Lebensgemeinschaft in Anfangsstrichen.
00:14:17: Wir verbringen die meiste Zeit miteinander im Unternehmen.
00:14:21: Dann steht man auch füreinander ein.
00:14:23: Das sind
00:14:23: bei uns Arbeitsverträge, keine Arbeitsveile, das sind Arbeitsverträge, sondern Partnerschaften.
00:14:27: Im Grunde brauche ich keinen Vertrag.
00:14:29: Für mich gilt immer noch der Hamburger Handschlag.
00:14:31: Wenn ich jemand die Hand gebe, dann riskiere ich auch einen negativen Ertrag zu generieren.
00:14:39: Und dann stehe ich übrigens dazu und sage nicht dann... Ich hab übrigens keinen Vertrag mit dir.
00:14:43: So viel funktioniert das Leben bei mir grundsätzlich.
00:14:46: Aber wir haben ja alle gelernt, dass man eigentlich kein Vertrauen kann.
00:14:48: Wir leben ja eigentlich in einer Misstrauensgesellschaft.
00:14:51: Ich möchte aber genau das tun, in einer Vertrauensgesellschaft leben.
00:14:55: Ich möchte immer wieder vertrauen, weil das für mich den Nukleus dessen ist, um wirklich Freude am Leben und am Gestarten zu haben.
00:15:03: Sehr schön.
00:15:06: Kommen wir zu dem zweiten Punkt deines Buches, da geht es um Haltung.
00:15:10: Und als ich das gelegen habe, da hat es mich tatsächlich umgehauen.
00:15:13: Ich habe eine Coaching-Beratung ins Leben gerufen, die Werteförderer.
00:15:17: Du hast geschrieben, dass Haltung ein wiederkehrendes Motiv ist, nicht als Pose, sondern als moralischer Muskel.
00:15:23: Du warst vor der inflationären Verwendung des Begriffs.
00:15:26: Haltung ist kein Zitat auf LinkedIn, sondern ein Verhalten unter Druck.
00:15:30: Und am Ende Haltung zeigt dich erst, wenn sie kostet.
00:15:34: heißt mein Coaching-Konzept, Coaching mit Haltung, wenn das Alte nicht mehr trägt und das neue noch keine Form hat und richtet sich an Menschen, die meinen, eigentlich läuft alles, aber es fühlt sich gerade nicht mehr richtig an.
00:15:45: Ich habe ein Thema, aber keine Landkarte, wie ich es angehen soll und ich wünsche mir Klarheit nicht aus Zufall, sondern mit Struktur.
00:15:53: Ich sage auch, dass Coaching-Methaltung für mich kein Luxus ist, sondern eine bewusste Entscheidung für Entwicklung, die keinen besseren Zeitpunkt kennt als jetzt.
00:16:00: Und dann lese ich das, was du da geschrieben hast und mein Konzept und denk mir, what the fuck, das gleicht sich ein Stück weit.
00:16:07: Wie siehst du das?
00:16:09: Also ich bin davon zutiefst überzeugt, als ich in die Norddeutsche Landesbank eingetreten bin, sagte meine Freunde, die das mitbekommen, als ich das ihnen annunzierte, sagten die, du bist der erste, der rausfliegt, du bist gar nicht sozialisiert für einen Konzern, hat aber funktioniert, ich war der jüngste Bankdirektor, den es da je gab.
00:16:26: Ich habe eine ganz klare Haltung und wichtig ist, und das kann man vielleicht auch da draußen einfach mal jedem sagen, weißt du, was dein Wert ist?
00:16:32: Was ist dein wichtigster Wert?
00:16:34: Was leitet dich?
00:16:35: Und das ist auch meine Grundfrage, die mich damals, als Sie zur Wertekommission gegründet haben, auch dann selber noch mal getriegert hat.
00:16:41: Ich habe eine Familie, in der ich aufgewachsen bin, die Werte bewusst war.
00:16:45: Ich hatte einen tollen Vorstandsvorsitzenden bei der Norddebähe, der das gelebt hat.
00:16:48: Aber ich habe mich selber nie gefragt, was ist denn dein wichtigster Wert?
00:16:52: Das ist die erste Frage.
00:16:54: Was ist, wonach richtest du dich aus?
00:16:55: Und wenn du ein Wertesset hast, wie das auch immer aussehen mag, hast du eine ganz klare Haltung.
00:17:01: Ja.
00:17:01: Und für mich ist eine Dreiklanghaltung gibt Orientierung, mir selber und übrigens den anderen auch und schafft Erfolg.
00:17:09: Du kannst auch immer Erfolg, mindestens kurz oder mittelfristig, wahrscheinlich auch langfristig haben, ohne Werte und ohne Haltung.
00:17:15: Das möchte ich aber nie im Leben.
00:17:16: Bin ich komplett bei dir?
00:17:18: Ich habe durch die Ausbildung zum Wertorientiertensystemischen Coach gemerkt, dass es nicht so einfach ist, genau diesen Wert für sich herauszukristallisieren.
00:17:27: Das ist ganz gut Hilfe dabei zu haben.
00:17:29: Die kann ich geben, aber wenn das jemand für sich selbst hinkriegt, umso besser.
00:17:33: Aber guck mal, zum Beispiel Vertrauen.
00:17:34: Für mich ist das Vertrauen das A und O. Ich brauche komplett nicht für jemanden Arbeiter als damals der CEO, so den Vorstand oder jetzt auch für meine Klienten.
00:17:43: Ich brauche komplett das Vertrauen.
00:17:45: Sonst brauche ich gar nicht erst anfangen.
00:17:47: Und Vertrauen heißt, dass du auch eine vollständige Informationsbasis hast.
00:17:50: Wenn du mit einem Informationsasymetriker, so nenn ich das ja in meinem Buch, mit ihm arbeitest, der wird dir nie eine vollständige Info geben.
00:17:57: Und das ist schon genau der Clash, das funktioniert nicht.
00:18:01: Ich möchte einfach, weil ich in voller Loyalität für jemand arbeite, brauche ich auch komplettes Vertrauen.
00:18:06: Das ist für mich der absolute Grundwert.
00:18:09: Ohne den kann ich nirgendwo arbeiten.
00:18:11: Du sprichst in einem Kapitel über Führung zwischen Macht und Moral.
00:18:16: Und rehabilitierst in deinem Buch den Begriff Macht.
00:18:19: Du schreibst, nicht Macht korrumpiert, also verdiebt den Charakter, Charakteranlosigkeit korrumpiert die Macht.
00:18:25: Genau.
00:18:26: Was ist für dich gesunde Macht und wann genau kippt sie?
00:18:28: Die Frage ist ja, was haben wir eigentlich für ein Selbstbild, wenn wir Führungskräfte sind?
00:18:33: Sind wir nur für Fachlichkeiten da, um die voranzutreiben und gucken sozusagen in einem... Ich sag jetzt mal minimal einen Ausschnitt auf die Fachlichkeit.
00:18:41: Oder sind wir eigentlich diejenigen, die eigentlich nicht Exzeltabellen sondern Menschen führen?
00:18:46: Also wir sind für Menschen da.
00:18:47: Und das sind Menschen aus der Gesellschaft, die bei mir im Unternehmen arbeiten.
00:18:51: Das heißt, ich muss nicht nur einen schmalen fachlichen Fokus haben, ich brauche einfach Breite als Führungskraft.
00:18:56: Ich muss in die Gesellschaft hineinwirken.
00:18:59: Und zwar als Vorbild, weil die Menschen aus der Gesellschaft, die führe ich ja in meinem Unternehmen.
00:19:04: Ich erwarte einfach von Führungskräften, dass die... ein breites Denken und Handeln haben.
00:19:09: Und jeder in unserer Mitmachdemokratie hat Macht.
00:19:12: Jeder, jeder, der hier Bürger dieses Landes ist.
00:19:15: Aber wenn ich in Unternehmen bin oder in verantwortlichen Positionen, muss ich diese Macht nutzen, um für das gemeinsam bessere diese Macht und diese Machtposition vielleicht auszunutzen, das wäre jetzt verkehrt, zu nutzen.
00:19:29: Und nicht um mein eigen Ego zu befrieden.
00:19:31: Es geht darum, das Unternehmen sehr klar zu positionieren, aber... immer breiter zu denken, als in einem ganz schmalen Korridor, den meines Erachtens nach viel zu viele haben.
00:19:41: Ja, also wenn ich das jetzt mit meinem Job vergleiche, außer Rekrutierung, nicht nur das, die Hard Skills zu begutachten, haben gerade kurz darüber gesprochen, kann zur SAP es relativ einfach rauszufinden und ob du native Speaker in Englisch bist, krieg ich auch schnell raus, aber ob du zu unserer Wertekultur passt und gesellschaftlich auch richtig so abholen kann, wie ich es brauche, das ist glaube ich so die Krux, um nachhaltige Beschäftigungen lösen zu können oder auslösen zu können, richtig?
00:20:03: Ja, und ich möchte, also ich... können dann nur wirklich dazu auffordern, ich brauche als Führungskraft wirklich Breite, sich in der Gesellschaft zu engagieren und genau das zu tun, wenn man... macht, heißt das nicht, dass alle Angst vor allem haben, sondern es ist genau wie mit, wenn du sagst, wir brauchen Eliten.
00:20:20: Da gucken erst mal an und sagen, wofür brauchen wir Eliten.
00:20:22: Für mich sind Eliten Menschen, die herausragend arbeiten und die die Fähigkeit haben, die Menschen mitzunehmen und sozusagen in die Gesellschaft hineinzuwirken.
00:20:32: Das ist ein idealistisches Bild.
00:20:34: Das ist für mich Elite.
00:20:35: Elite heißt nicht eigenmaxim.
00:20:36: Ja,
00:20:36: das ist dann auch eine Definitionssache, weil ich glaube draußen oftmals, dass die Elite an sich auch falsch verstanden wird und zwar nicht so, wie du sie jetzt gerade.
00:20:44: Ich
00:20:44: habe mit einem CEO, der ein großes DAX-Unternehmen geführt hat, der vorher Gewerkschaftler war und den habe ich mal versucht, ein bisschen zu triggern, habe gesagt, Mensch, ich bin für Eliten.
00:20:53: Wie sehen Sie das denn eigentlich?
00:20:54: Und dann sagte er, ich bin auch für Eliten.
00:20:56: Es gab immer Arbeitereliten.
00:20:58: Ja, und wir brauchen Eliten in Deutschland.
00:21:00: Wir brauchen Arbeitereliten.
00:21:01: Wir brauchen Handwerkseliten.
00:21:03: Wir brauchen Wissenschaftspolitik und Wirtschaftseliten.
00:21:06: Wenn wir das nicht tun, dann nivellieren wir uns insgesamt in der Gesellschaft und mit unserer Wirtschaft ins Mittelmaß.
00:21:12: Ja, versuchen wir einen aktuellen Bezug dazu herzubehören.
00:21:17: Aber Leistung und Werte gehören zusammen.
00:21:19: Menschen, die das tun, Menschen führen, Unternehmen führen, die haben... Zwei Dinge, das eine, sie müssen kulturprägend wirken und sie müssen leistungsfähig sein.
00:21:27: Ja, ich
00:21:27: sage in jedem Podcast und mittlerweile stehe ich morgens auf, wenn ich eine Podcastfolge aufnehme und sage mir, aber heute, diesmal, sagst du es nicht.
00:21:35: Jetzt kommt's.
00:21:36: In jedem, so herauskrankt ist das jetzt nicht zu Ende, aber für mich ist das einfach, das ist mein Lebenskredo.
00:21:41: Jeder der Eifrige überholt am Ende jeden Talentieren und das ist einfach so.
00:21:45: Natürlich brauchst du wissen, das kannst du dir anereignen, aber am Ende des Tages musst du eifrig sein.
00:21:50: Ja, und es ist
00:21:50: extrem wichtig.
00:21:51: Ja, und vor allem Leidenschaft.
00:21:52: Leidenschaft wirklich.
00:21:53: Die Leidenschaft.
00:21:55: An Dingen zu arbeiten, Freude zu haben und Menschen mit dieser Freude mitzunehmen und die genau eins-einend eine Leistung hinzustellen, die sie wirklich mit Freude produziert haben.
00:22:06: Und als ich mein Beratungsunternehmen gegründet habe, haben wir zuallererst gesagt, was ist denn unser gemeinsamer Wert?
00:22:11: Haben wir ein gemeinsamer Wert?
00:22:13: Weil das auch nicht selbstverständlich ist.
00:22:14: Ist ziemlich
00:22:15: zügig draufgekommen.
00:22:16: Bittet?
00:22:16: Ja.
00:22:16: Seid ihr
00:22:16: ziemlich zu wichtig draufkommt?
00:22:17: Ja, total.
00:22:17: Super.
00:22:18: Du hast gesagt, Macht, die nicht erklärt wird, wird bekämpft.
00:22:20: Heißt das, dass Kommunikation im Kern eine moralische Handlung ist?
00:22:25: Kommunikation, du kannst uns ganz einfach erklären.
00:22:28: Strategie und Kommunikation können immer zusammen.
00:22:29: Du kannst das tollste Auto bauen und das hast du in der Garage stehen und kommunizierst es nicht, dann kraftst du auch keiner.
00:22:35: Du kannst ein unglaubliches Auto kommunizieren.
00:22:39: Hast du aber eine Seifenkiste in der Grave stehen?
00:22:41: Funktioniert übrigens auch nicht.
00:22:43: Und deswegen ist Kommunikation ein wesentliches Ding.
00:22:46: Vollkommen eine Transparenz.
00:22:47: Es ist übrigens auch ein Wert, den Führungskräfte gerecht werden müssen.
00:22:51: Du kannst nicht immer alles erzählen.
00:22:52: Aber du musst die Dinge erklären, warum sie so sind, wann es sind.
00:22:55: Du hast so ein stilles Postprinzip drin.
00:22:57: Und das geht nicht.
00:22:58: Macht muss sich immer erklären und zeigen, warum sie Dinge so macht.
00:23:04: Und wenn sie dazu sagen, genau so macht, dass sie ganzheitlich denkt und für alle denkt, Dann ist diese Macht auch erklärbar.
00:23:11: Ich verstehe, was du meinst.
00:23:12: Also, in meinem kleinen Kosmos ist das Mitnahme- und Sinnstiftung.
00:23:16: Es gibt es auch hier im Ruhrgebiet.
00:23:17: Wie heißt der Typ, der immer mit dem Dackel, das hat immer gesagt, hier, das wird jetzt so gemacht, Feierabend.
00:23:22: Keiner weiß, warum.
00:23:23: Nein, das funktioniert so nicht.
00:23:24: Ja,
00:23:24: die Zeiten sind vorbei, wenn das überhaupt mal funktioniert
00:23:27: hat.
00:23:28: Ja, aber das gibt es immer wieder.
00:23:30: Das ist gut, Gutsherrenart.
00:23:32: Kommunikation als moralische Praxis.
00:23:34: Wenn du schreibst Kommunikation als Kulturleistung, nicht als PR, sondern als Verantwortung.
00:23:38: Du sagst Transparenz, da ist sie wieder, es ist kein Machtverzicht, sie ist ihre kultivierte Form.
00:23:44: Wie erkennst du, ob Kommunikation, Vertrauenaufbaut oder Misstrauen sieht?
00:23:49: Ja, aber gut, das sehen wir ja.
00:23:50: Guck mal, wenn du Boston und Amerika zu gucken, da merkst du sofort, was der gute Trump da macht.
00:23:55: Das ist sozusagen unser Cheferatiker auf der internationalen Ebene.
00:23:59: Das funktioniert einfach nicht.
00:24:00: Ich möchte jemandem gegenüber sitzen, der, wo ich fühlen kann.
00:24:04: Im wahrsten Sinne des Wortes, dass er mir ... Vertrauen schenkt und das ist ein ganz schönes Bild.
00:24:10: Ich bekomme etwas geschenkt und zwar durch die Kommunikation, indem er mir gegenüber offen ist, mit mir die Dinge teilt, sich erklärt, warum Dinge so funktionieren.
00:24:20: Und das ist in der heutigen Zeit auch nicht mehr anders denkbar.
00:24:22: Du kannst nur auf einer klaren Faktenbasis, kannst du sozusagen, dann musst du aufsetzen, um dann die Menschen sozusagen ... mit der G&V abzuholen, Glaubwürdigkeit und Vertrauen.
00:24:34: Was meinst du, kurzer Exkurs, warum so viele Menschen in Übersee dem dortigen Präsidenten Vertrauen auf seinen eigenen, das sind ja meistens seine eigenen Fakten?
00:24:44: Ich glaube, die Welt in Amerika ist noch mal ganz anders.
00:24:47: Wir haben ja nie so die Insights, die da sind, aber ich glaube, Amerika hat auch das Gefühl, dass sie einfach wieder wahrscheinlich in einer gewissen Art und Weise erstarken müssen und er gibt ihnen das Gefühl.
00:24:56: Es ist auch nicht meiner, ich würde ihn auch nicht wählen.
00:24:59: Muss ich ganz ehrlich sagen, aber er hat sicherlich an manchen Dingen recht, also irgendwann, das wurde ja auch im Nachhinein gesehen, dass man sozusagen die Verteilungsausgaben erhöhen muss in der EU und USA, nicht immer alles sozusagen alleine stemmen kann.
00:25:11: Das hat Obama übrigens auch schon gesagt.
00:25:13: Also es gibt schon so ein paar Dinge, aber ansonsten ist das nicht mein Mensch und ich würde ihm, es wäre auch nicht demjenigen, den ich sozusagen gefühlsmäßig die G&V zuspreche.
00:25:23: Also... Aber die Amerikaner mögen das anders sehen.
00:25:26: Du hast ja auch gerade gesehen, was so in New York ist, wie da die Wahllage war.
00:25:31: Komplett anderes Lager.
00:25:32: Und ich glaube, dann können wir wahrscheinlich schwer die amerikanische Seele ergründen.
00:25:36: Aber die wollten einfach einen starken Mann wieder haben, der gefühlt irgendwie das Land.
00:25:40: wie der gefühlt für sie groß macht.
00:25:42: Das ist ja immer ein Gefühl und eine Anmutung.
00:25:44: Der, der ihnen
00:25:44: auch ein Stück weit von Sicherheit und Halt gibt.
00:25:46: Genau.
00:25:47: Und
00:25:47: wenn es mit einem nationalen Gedanken ist.
00:25:49: Ich
00:25:49: würde es anders machen, aber
00:25:50: gut.
00:25:51: Leider haben wir da keine Anluksvollmacht.
00:25:54: Du hast ja viele Jahre Krisenkommunikation verantwortet.
00:25:57: Da habe ich ja gerade eingangs auch schon gesagt.
00:25:59: Und was war da die wichtigste Entscheidung in der ersten Stunde einer Krise?
00:26:03: Und wer genau trifft sie deiner Meinung nach wirklich?
00:26:06: Was ist das Wichtigste überhaupt?
00:26:08: Aber es ist übrigens immer das Wichtigste.
00:26:10: Auch im normalen Betrieb Klarheit und Offenheit.
00:26:13: Und jetzt musst du genau gucken, was ist passiert?
00:26:16: Wie kann ich in kürzester Zeit das Ganze analysieren?
00:26:20: Aber die Analyse ist das eine.
00:26:21: Dann musst du sehr klar wissen, wer macht was und wie und in welcher Addition passiert was.
00:26:27: Und du musst maximale Transparenz schaffen und den Menschen zeigen, du weißt, was da passiert ist.
00:26:33: Und wenn es scheiße gelaufen ist, sagst du ihnen auch, dass es scheiße gelaufen ist.
00:26:36: Weil sonst wirst du nämlich überholt.
00:26:38: Und dann hast du auch keine Kommunikationshoheit mehr.
00:26:40: Die musst du haben, weil du genau schneller ... In aller Offenheit die Transparenz schaffst, als es andere tun, die dich betrachten.
00:26:49: Und wenn du das tust, hast du zumindest immer eine Chance, auch in der Krise wirklich gut durchzukommen.
00:26:53: Ja, und die Ruhe hat zu behalten.
00:26:54: Du hast gerade irgendwas gesagt und ich höre mich immer, oder nicht immer, manchmal höre ich mich raus, so wie ich dein Buch gelesen habe, so wie wir jetzt gerade eben schon das ein oder andere an Gemeinsamkeiten entdeckt haben, ich entdeckt habe, ob das... normaler Arbeitsabläufe sind oder wenn mal Gefahrenverzug ist, sowohl positiv als auch negativ bei uns in der Unternehmung, dann gilt das Credo, wer macht was bis wann.
00:27:16: Und du musst eine Entscheidungsfähigkeit haben.
00:27:17: Ja, ich meine, die ist ja da.
00:27:19: Nur wichtig ist auch, dass du Transparenz schaffst über das Thema, was gerade eben Phase ist.
00:27:24: Und dann auch genau schaust, wer macht, was bis wann.
00:27:27: damit auch jeder weiß, okay, da setzt meine Aufgabe in die Richtung, lauf ich.
00:27:30: Das möchte ich auch.
00:27:31: Ich weiß, wo ist mein Ergebnis, was muss ich erreichen?
00:27:33: Und dann hinterher setzen wir uns am Tisch.
00:27:35: Und ja, im besten Fall ist das Ergebnis da.
00:27:38: Aber das ist auch genau das, egal, wie im Team ist.
00:27:41: müssen alle das Gefühl haben, nicht dass sie außen vorgelassen werden, also nicht wie die Öffentlichkeit genauso, aber auch das Team muss volle Transparenz haben, damit sie gemeinsam wie ein Räderwerk ineinander greifen.
00:27:53: Das ist halt
00:27:53: Mitnahme, ne?
00:27:54: Auf
00:27:54: jeden
00:27:54: Fall.
00:27:55: Aber das ist auch leider nicht alltäglich.
00:27:57: Und so schaffst du auch kein Team.
00:27:58: Also, one team, one goal geht nur durch radikale Offenheit und im Miteinander und dann auch in der Freude am Erfolg, wenn man es hinbekommen hat.
00:28:06: Ich
00:28:07: frage mich, ob ... viele da draußen dafür so empfänglich sind und sich trauen, die es auch umzusetzen.
00:28:13: Aber das besprechen wir an anderer Stelle noch mal.
00:28:15: Vielleicht dichtes oft gar nicht an ihm, sondern an anderen, die das nicht walten lassen und sie würden es ja gerne tun.
00:28:20: Also ich erlebe viele Menschen, die genau das haben, die in Systemen sind, die gerne würden, aber nicht können.
00:28:27: Und das führt ja dann zu inneren Immigration oder zu Kündigung.
00:28:30: Und das ist den Menschen, die in Topfunktion oft sind, gar nicht bewusst, dass sie sozusagen das System gegen sich aufbringen.
00:28:38: Deswegen ist Kommunikation so wichtig.
00:28:40: Kommunikation schafft Vertrauen und schafft Nähe.
00:28:42: Und deswegen eine wertorientierte Kommunikation heißt ja, hohe Transparenz, Vertrauen schaffen, Integer handeln und respektvoll mit den Menschen umgehen, weil man sie informiert.
00:28:53: Okay.
00:28:53: Deswegen, Kommunikation hat einfach für mich die Unmuss der G und V unterlegen, Glaubwürdigkeit und Vertrauen.
00:29:01: Es geht nicht darum, Lebensläufe zu sortieren, auch nicht Profile in Raster zu pressen.
00:29:07: Und es geht erst recht nicht um Fließbandarbeit, es geht um Menschen,
00:29:11: ums zuhören,
00:29:12: das Potenzial in jedem von uns zu entdecken.
00:29:16: Wir bei Expertiv bringen Menschen nicht in Jobs, sondern in ihre berufliche
00:29:20: Heimat ins Ankommen.
00:29:24: Wie bleibst du denn empathisch, wenn du weißt, dass deine Worte konsequent zu haben könnten?
00:29:28: Im zehnte Kapitel in meinem Buch heißt ja, ich fliege aus Überzeugung heraus, das bleibt auch so.
00:29:32: Auch als Berater.
00:29:33: Weil es ist mir wichtig, ich möchte immer in aller Klarheit und Offenheit beraten, auch in aller Loyalität.
00:29:41: Aber das ist ja mein Job.
00:29:42: Wenn ich einen CEO begleite und berate, dann brauche ich das Vertrauen.
00:29:46: Er hat meine komplette Loyalität.
00:29:48: Und ich habe aber auch die radikale Offenheit, ihn in positiven oder negativen zu kritisieren.
00:29:53: Das geht vom Nasenherb bis zur Strategie.
00:29:55: Okay, verstehe.
00:29:56: Alles klar.
00:29:57: Das ist schon auf den Punkt gebracht.
00:29:59: Das finde ich cool.
00:30:00: So coache ich auch.
00:30:01: Also ohne Vertrauen funktioniert es definitiv nicht.
00:30:04: Und dann ein offenes Visier von beiden Seinen.
00:30:06: Das muss gegeben sein, ansonsten können wir es gleich sein
00:30:08: lassen.
00:30:09: Du hast dich in dein Buch auch mit Generation auseinandergesetzt und dem Wandel bzw.
00:30:13: die Verantwortung, der Verantwortung, Entschuldigung.
00:30:16: Du schreibst, die neue Generation habe ein Radar für Authentizität, aber oft wenig Geduld.
00:30:21: Du forderst einen Generationsvertrag, der nicht auf Macht, sondern auf gegenseitigem Respekt beruht.
00:30:27: Wie führen wir Generationen, die anders fragen, anders fordern?
00:30:31: anders fühlen.
00:30:33: Ja, das ist ein guter Punkt.
00:30:34: Ich habe mit der Wertekommission einen Wertefrohen gemacht zum Thema Gen C. Und es wird ja immer gebläumt, nach dem Motto, wir wollen immer um fünfzehn Uhr schon zum Fußball gehen und fangen um zehn Uhr nach dem Frühstück an.
00:30:43: Nein, das ist
00:30:45: nicht mein Gefühl.
00:30:45: Ich habe so tolle Leute erlebt, die das ausmachen.
00:30:48: Z.B.
00:30:49: Arthur, du verzeihst es mir.
00:30:50: Arthur, ab, ihr könnt ihn gerne googeln.
00:30:52: Supertyp.
00:30:52: Es ist sechsundzwanzig und ist jetzt schon ein bisschen am Rande der Gen C. Aber er ist ein genialer Typ, der einfach ... unglaublich Freude macht, der gestaltungsfreudig ist, der wirklich was bewegt.
00:31:06: Und so habe ich einen Forum zusammen mit Menschen, die das tun können und die das sind.
00:31:10: Deswegen ist es erstmal wichtig, auch genau das zu geben, zu sagen, hey, die können das.
00:31:15: Und wichtig ist ja auch, sie zu integrieren.
00:31:17: Also ich habe auch dafür plädiert, dass man auch in den Konzernen Millennialboards dazu holt, die die Entscheidung des Vorstandes auch mal spiegeln.
00:31:25: Also die haben ja eine andere Sichtweise, die gucken ganz anders darauf.
00:31:28: Und sich wirklich über alle Generationen auszutauschen und den Gedanken mitzunehmen.
00:31:34: Du musst immer offen bleiben.
00:31:36: Ich hoffe, dass ich mit Achtzig immer noch offen bin und mich mit zwanzigjährigen genauso unterhalte wie mit meinen vielleicht übrig gebliebenen Achtzigjährigen dann später.
00:31:44: Ich möchte aber immer das haben, diesen generationenübergrafenen Dialog, der einfach Spaß macht und mich wirklich bereichert.
00:31:52: Also, ich bin nicht komplett bei dir.
00:31:54: Ich kann mir vorstellen, dass es für den einen oder anderen, der führt.
00:31:57: Das ist
00:31:58: anstrengend.
00:32:01: muss in Anführung strichen, bedeutet es hier auch, unangenehme Fragen gestellt zu bekommen, dass es unbequem werden könnte.
00:32:09: Das muss man ja zulassen wollen.
00:32:10: Transparenz ist da wieder das Thema.
00:32:11: Aber
00:32:12: Führungskräfte sind ja nicht für sorgefreie Ruhe zuständig, sondern wir sind dafür da, eine positive Räubung, die in die Zukunft führt, zu schaffen.
00:32:21: Und deswegen brauchst du Menschen, die dich auch kritisieren, die auch sagen... Ist das wirklich richtig?
00:32:25: Und deswegen brauchst du immer konzentrische Kreise, um dich, die dich reflektieren in einer Loyalität und dir sagen, hey, Basti, das ist scheiße.
00:32:33: Oder sagen ... Doch, du, es ist richtig.
00:32:36: Und wenn du drei, vier Menschen hast, mit denen du das kannst und die alle Konkurrenz sind mit deiner Meinung, dann ist deine Meinung so stark und so gefestigt, weil du dir keine Ja sage ordentlich rum.
00:32:45: Ja, das ist ganz, ganz wichtig.
00:32:46: Auf jeden Fall definitiv.
00:32:48: Was machst du dir Hoffnung, wenn du auf die jüngere Führungsgeneration schaust?
00:32:52: und was genau bereitet dir Sorge?
00:32:54: Sorge macht mir das gar nicht.
00:32:56: Ich glaube, alle, die dann in Verantwortung gehen und lernen, wie diese Verantwortung funktioniert im täglichen Tun, werden diesen Weg machen.
00:33:03: Sorge macht mir das... gar nicht.
00:33:05: Ich finde, ich brauche immer die Offenheit auch von jungen Leuten, dass sie auch sagen, was kann ich denn von dir lernen?
00:33:12: Also, das ist genau dieses Wechselspiel, das, was Generationen brauchen.
00:33:16: Du brauchst ein gegenseitiges Verständnis.
00:33:18: Was kann der andere vielleicht besser, weil die einfach digital natives sind?
00:33:22: Aber wenn du allen Kuriositäten schon erlebt hast, kann der andere auch davon profitieren, dass Das sozusagen miteinander matcht.
00:33:30: Also Sorge mache ich mir gar nicht.
00:33:31: Ich bin ein sehr positiv denkender Mensch.
00:33:34: Und als ich am Sonntag auf dem Podium war zur Demokratie in Berlin am neunten November zur Reichsprogramm nach Kammer eine ältere Dame.
00:33:41: auf mich zu und sagte, sie sind Optimist oder junger Herr?
00:33:44: Und das fand ich sehr niedlich und das bin ich.
00:33:46: Das war zu sehr gut erkannt.
00:33:48: Ja, ich wollte gerade sagen, wahrscheinlich war es gar nicht anders zu sehen.
00:33:51: Aber gut, dass du mir das Stichwort Demokratie gibst, Konsequenz, Vertrauen und gelebte Demokratie.
00:33:56: Du schreibst, Konsequenz ist die ruhige Form der Courage und du verbindest Vertrauen mit Demokratie nicht als politische System, sondern als Führungsprinzip.
00:34:04: Was genau bedeutet für dich gelebte Demokratie im Unternehmen?
00:34:09: Gelebte Demokratie heißt erst du.
00:34:12: Also zum einen war es immer darauf gekommen, wenn du jetzt mal rein auf dem politischen Weg gehst.
00:34:16: Ich finde und bin überzeugt, dass sich Unternehmenslenker... auch für die Demokratie hinstellen müssen.
00:34:22: Gerade jetzt.
00:34:22: Wir sind jetzt in einer Situation, wo wir das, wo viele das Gefühl haben, die Demokratie erodiert.
00:34:27: Jetzt kannst du ja sagen, wir sind gemeinsam die Gesellschaft.
00:34:30: Wir sind eine Mitmachdemokratie.
00:34:32: Es kommt auf jeden an, auch auf alle meine Mitarbeiter, dass wir wirklich im Wählen gehen.
00:34:37: Es ist übrigens der Mindestkonsens, zu sagen, geht wählen.
00:34:40: Du musst ja gar keine Richtung zeigen.
00:34:42: Aber du kannst den Leuten sagen, geht wählen, weil die schweigende Mehrheit.
00:34:46: Was war so ein Sechzig, zwanzig, zwanzig Prozent?
00:34:48: Auch im Unternehmen zu allen Themen.
00:34:50: Das ist in der Gesellschaft genauso.
00:34:51: Und du musst schauen, dass die Menschen sich wirklich engagieren, wenn sie nur ihre Stimme abgeben.
00:34:56: Und du musst vor allem auch fühlbar machen, was unsere Demokratie in Deutschland eigentlich geschafft hat.
00:35:01: Wir haben Friede, wir haben Wohlstand über so viele Jahre.
00:35:04: Das hat's nie gegeben.
00:35:06: Und das müssen wir fortführen.
00:35:07: Wir müssen zeigen und zwar, wir müssen aus dieser Kopfgesteuerteid raus, müssen die Menschen im Herzen wieder erreichen, sagen, Warum ist Demokratie klasse?
00:35:16: Was haben wir hier für Möglichkeiten?
00:35:18: Wie können wir hier frei und freiheitlich leben?
00:35:21: Wie können wir reisen?
00:35:22: Egal, was passiert ist, weil Demokratie ja immer inzwischen negativ konnotiert ist zum Thema Bürokratie und und und.
00:35:29: Es wird immer fast verneint.
00:35:31: Man sucht ja fast inzwischen eine starke Stimme, die uns steuert.
00:35:35: Demokratie ist aber immer teurer und dauert länger.
00:35:39: Das ist einfach so am System, aber es ist hochstabil.
00:35:42: Und ich möchte nie woanders leben, als in der Demokratie wie in Deutschland.
00:35:47: Ich glaube, was wir geschafft haben in der Zeit, seit nineteen-fünfundvierzig, und dann seitdem die Demokratie Heimatstadt Bonn sozusagen durch den Parlamentarischen Rat im Museum Alexander König sozusagen offizialisiert wurde, ist toll.
00:36:02: Wir haben ein Grundgesetz, was es sich lohnt, zu leben.
00:36:06: Und jeder von uns sollte das fühlbar machen.
00:36:09: Und wenn du nur zu dir nach Hause am Samstag abends den Leuten einnetzt und sagst, was macht für dich in positiven die Demokratie aus?
00:36:16: Und wie können wir gemeinsam ... Dinge voranbringen, im Ehrenamt oder wenn wir uns einfach nur auf Marktplatz stellen und Blumen verteilen und die Leute umarmen, einfach zu sagen, hey, wisst ihr, was wir an diesem System haben?
00:36:27: Erzähl kurz noch was für dich gelebte Demokratieunternehmen ist.
00:36:30: Gelebte Demokratieunternehmen heißt auf der anderen Seite, das war jetzt sozusagen die politische Seite, aber zu sagen... Wie kann ich die Menschen mitnehmen?
00:36:38: Wie kann ich sie partizipativ in die Zukunft mitnehmen?
00:36:41: Das ist eine Demokratie.
00:36:42: Du kannst nicht alle Entscheidungen, ich sag jetzt mal, sozialisieren.
00:36:45: Du hast ein Team.
00:36:46: Team heißt, aber du denkst gemeinsam.
00:36:48: Du hast sozusagen, du verbindest alle Denkstrecken miteinander und einer muss wahrscheinlich im Endeffekt dann entscheiden, weil du die Entscheidungsfindung verdichtest.
00:36:56: Aber ist doch wichtig, die Menschen partizipieren zu lassen.
00:36:59: Ist es ihr Unternehmen?
00:37:01: Und wenn sie wissen, dass ihre Stimme ... und sie gesehen werden und gehört werden, dann hast du auch viel mehr Lust mitzumachen.
00:37:08: Aber es bedeutet, dass sein Gegenüber, der die Stimme hat und die verdichtet wird, auch akzeptieren muss, dass es teilweise dann mal nicht nach seiner Stimme und Nase läuft.
00:37:17: Das ist die
00:37:17: Demokratie.
00:37:18: Warum ist Konsequenz für dich keine Härte, sondern Haltung?
00:37:20: Du musst ja konsequent oder du solltest konsequent sein, imposit wie in den Negativen.
00:37:25: Also du brauchst eine Klarheit.
00:37:27: Und Klarheit induziert, dass du dann konsequent handelst.
00:37:31: Und Klarheit... Und Konsequenz mag auch sich schwierig anfühlen.
00:37:36: Also wenn du dich wirklich von jemanden trennen musst, sagt jetzt mein Unternehmen, dann ist doch für beide Seiten es sehr viel besser, dass man eine schnelle Klarheit und die Konsequenz weiß, als wenn das sich über Jahre dreht, man miteinander immer im Infight ist und beide... Vor allem aber wahrscheinlich auch der Mitarbeiter sich wirklich schlecht fühlen.
00:37:58: Und deswegen ist wahrscheinlich der Schwindigkeit und Klarheit wichtig.
00:38:01: Unterschreib ich so.
00:38:02: Du sagst Reflexion sei der Kit der Ethik, dass Führung ohne Selbstprüfung verarmt.
00:38:08: Und hast ein Buch geschrieben, das genau dazu einlädt, nämlich innezuhalten.
00:38:13: Was war dein größter Moment der Selbstkorrektur?
00:38:16: Der größte Moment der Selbstkorrektur.
00:38:19: Wenn du denkst, dass du alles immer parallel machen kannst und merkst, und da gibts bestimmte Situationen, die ich im Kopf hab, die privat und beruflich ist, bin dann da verbindet, und du dann innehalten musst und sagen, das bekomm ich nicht hin, du musst dich, und das hab ich getan, in die Selbstreflektion geben und sagen, du hast einfach einen Fehler gemacht.
00:38:36: Und das war für mich auch nochmal eine echte Erkenntnis zu einer bestimmten Situation, die mich privat auch betrifft, dass manche Dinge nicht parallel immer machbar sind.
00:38:46: Und deswegen ist es so wichtig, die richtigen Menschen um sich zu haben und vor allem jeden Morgen selbst ins Spiegel zu gucken und zu sagen, du bist, das war gut, das darfst du auch sagen oder du bist ein Vollfrosten, weil du es verkehrt gemacht hast.
00:38:59: Okay, sei ehrlich mit dir selbst.
00:39:01: Was würdest du deinem Jüngeren ich über Führung sagen mit dem Wissen von heute?
00:39:07: Sei immer erst Mensch und dann erst Managerin oder Manager.
00:39:10: Das ist auch die Quintessenz meines Buches.
00:39:13: Weil wir versuchen immer, Oft versucht man in den jungen Jahren Führungskraft, ich sag mal, zu spielen und eine gewisse Härte und einen gewissen Habitus zu
00:39:20: haben.
00:39:21: Ich glaube, man sollte immer natürliche Autorität sein.
00:39:24: Eine natürliche Autorität wird dir zugeschrieben.
00:39:26: Das kannst du gar nicht selber sein wollen, sondern die Menschen sagen, dem vertraue ich, der ist kompetent, der ist menschlich und ich fühle mich von dem irgendwie angezogen und lasse mich gerne von ihm leiten.
00:39:38: Und es gibt auch, wir gehen ja auf Weihnachten zu, dieses Lord von Troy, der kleine Lord.
00:39:43: Und da hast du genau den Unterschied.
00:39:44: Du hast den alten Earl, der in dieser Earl's Lane auf seinem Pferd sitzt, keinen Anguck mit keinem spricht.
00:39:50: Der ist autoritär.
00:39:52: Und der Junge, der reitet über die Wiese, sieht ein versiertes Kind mit dem Bein, setzt es auf sein Pferd und bringt das zu Fuß in Earl's Lane zurück.
00:40:02: Der ist eine natürliche Autorität.
00:40:04: Und das lernt der Earl dann auch in diesem Film.
00:40:06: Deswegen ist das der beste Führungsfilm, den ich kenne.
00:40:08: Schöner Vergleich.
00:40:10: Das sollten wir uns auf jeden Fall jetzt noch mal angucken, diesen Film.
00:40:12: Ja, der kommt bestimmt, also irgendwann, sechstundzwanzig, zwanzig, zwanzig, sieben, zwanzig, Dezember, irgendwo, um ihn zu gucken.
00:40:19: Hast mich gut abgeholt auf jeden Fall.
00:40:20: Wenn du morgen alles auf Null setzen müsstest, was würdest du als erstes wieder aufbauen?
00:40:26: Wenn ich alles auf Null setzen müsste, was meinst du mit alles auf Null?
00:40:30: Also alles.
00:40:33: Wenn ich alles sage, dann meine ich alles.
00:40:34: Wenn du alles auf Null setzen würdest, deine... Wir gehen jetzt mal nur vor den Punkt.
00:40:39: Ich hab in der Norddeutschen Landesbank gearbeitet, war mit dem Vorstandsstab geleitet und hab mir das gefragt, wenn du hier rausgehen musst, was machst du dann?
00:40:48: Und dann hab ich immer mal im Stellvertreter gesagt, auf die andere Seite gezeigt, da stand so ein kleiner Kiosk, so ein Runder, vielleicht gibt's hier ein Ruhrgebiet auch.
00:40:55: Und dann hab ich immer gesagt, wenn ich hier rausfliege, dann verkaufe ich den Menschen ab morgen da unten in dem Kiosk jeden Tag ein Stück Lebensfreude mit der Zeitung.
00:41:05: Okay, verstehe.
00:41:06: Ja, gut, okay.
00:41:07: Das
00:41:07: ist ein Riesenunterschied.
00:41:09: Ja,
00:41:09: hundertprozentig.
00:41:10: Aber das ist genau das, weißt du, das zu machen, egal was du machst und wenn du da draußen stehst und Autos wäscht.
00:41:16: einfach den Menschen ein Stück Lebensfreude geben.
00:41:19: Jemand durch die Stadt lächelt die Menschen an, die sind erst mal verunsichert und dann freuen sie sich, dass sie irgendjemand anlächeln.
00:41:25: Also
00:41:25: wenn du das machst und das mache ich mir zur Aufgabe, weil eigenes Lächeln ja auch eigen selber mit allem was macht, wenn man mal vielleicht gerade eben schlecht drauf ist.
00:41:33: Wenn du zehn Sekunden lächelst, dann passiert mit dir im Kopf auch was, aber ich merke, wenn du Menschen anlächelst und freundlich zum Beispiel, also Freundlichkeit.
00:41:43: Das wird einem ja sofort als was will er von mir ausgeliebt.
00:41:46: Aber das ist diese Unsicherheit, das ist auch eine gewisse Skepsis.
00:41:50: Ich würde nicht sagen Angst, aber genau das, weil dieses Vertrauen einfach nicht mehr gegeben ist.
00:41:54: Der spannendste Momentum in diesem Jahr, ich sage es mit Dominic Blow in Hamburg, in einem Theater auf der Bühne, wir zwei wurden moderiert.
00:42:01: Erzähl
00:42:01: kurz, wer Dominic Blow ist.
00:42:03: Ja, Dominic Blow ist ein ehemaliger Obdachloser, der zehn Jahre auf der Straße gelebt.
00:42:06: Er ist mit sechzehn musste er zu Hause verlassen.
00:42:10: Und ich als Banker und eher als Obtachloser haben uns gemeinsam zum Thema Wertschätzung verbunden.
00:42:16: Das war für mich auch ein denkwürdiger Abend, wenn er erzählt, er hätte eine Wohnung gehabt, er hätte zwar eine Wohnung, aber kein Zuhause gehabt und hätte dann fünf Jahre den Kühlschrank nicht benutzt, sondern die Sachen immer noch auf die Strafenbalkone gestellt zum Kühlen und hätte nachts den Hoodie angaben, weil er dann ein Dach über den Kopf hatte und über den Kopf gezogen.
00:42:32: Dann fängst du an, nochmal nachzulegen, was das alles ist und wie man auch mit den Menschen nochmal ganz anders umgeht, wenn man ihn in der Stadt begegnet.
00:42:40: Sollte willkommen langsam zum Ende.
00:42:41: Und natürlich habe ich mir Gedanken gemacht, was ist so mit das Letzte, was ich dich oder nicht das Letzte, aber so eine der letzten Fragen, die ich stellen möchte und dein Buch ist im Grunde für mich kein Führungsbuch, ist ein Plädoyer für Menschlichkeit.
00:42:55: Wenn du einen Satz stehen lassen dürftest als Essenz deiner Philosophie, wie würde da lauten?
00:43:02: Sehr erst Mensch und dann erst Manager oder Managerin.
00:43:10: Danke erstmal für den Austausch.
00:43:12: Ich hoffe, der hat genauso viel Freude gemacht wie mir.
00:43:14: Ich habe eine Frage, die ich gerade zur zweiten Staffel, jedem Gast, jeder Gästin stelle.
00:43:21: Und was nimmst du mit?
00:43:22: Also erstmal, dass viel Freude mit dir gemacht, weil du Mensch bist.
00:43:25: Und das ist das A und O und das fand ich sehr lebendig und das ist nicht immer selbstverständlich.
00:43:31: Deswegen, ich kann nur jedem raten, mit dir in den Podcast zu gehen.
00:43:35: Und ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass man dich sich von dir beraten lässt, weil du einfach eine Füllbarkeit hast für mich als Mensch.
00:43:42: Also insofern wünsche ich dir viel Erfolg, von dem was alles kommt.
00:43:45: Vielen Dank, vielen Dank.
00:43:47: Eine leicht glasige Augen.
00:43:49: Ich kann mit Lob und Wertschätzung nur selten gut umgehen, aber ich nehme sie mit und vielleicht heute Abend noch mal.
00:43:56: Aber
00:43:56: dann nehmen wir auch gemeinsam vor, dass wir allen sagen, jeden Tag jemanden wertschätzen, einfach auch mal bewusst und den Menschen fühlbar machen und vielleicht auch genau das erzeugen.
00:44:05: Entweder so ein bisschen glasige Augen oder einfach nur ein liebevolles Schmunzel im Gesicht.
00:44:13: Und das macht die Welt einfach schöner.
00:44:15: Das lassen wir so stehen.
00:44:16: Ich finde
00:44:17: es super.
00:44:17: Herzlichen Dank, dass du zu Gast warst.
00:44:19: Danke, dass du aus Wiesbaden den Weg hierher gefunden hast.
00:44:22: Ich bin so überzeugt von deinem Buch, wenn ihr da draußen dieses Buch... Ihr müsst das lesen, gibt keinen vorbei.
00:44:31: Nein, tut euch das an.
00:44:33: Ich bin froh, um dankbar dich heute hier herab zu haben.
00:44:35: Kommt gut weiter.
00:44:37: Passt auf euch auf.
00:44:38: Wir bleiben in Arbeit.
00:44:40: Ich ende heute mal etwas anders als sonst.
00:44:43: Und zwar mit.
00:44:44: jetzt ist die Zeit für gelebte Wertschätzung.
00:44:46: Vielen Dank Sven Korndorfer für dieses Gespräch.
00:44:49: Wir erinnern.
00:44:49: herzlichen Dank von mir.
00:44:51: Danke.
00:44:51: Glück auf.
00:44:54: In Arbeit
00:44:55: ist eine Westwind Story.
00:44:57: Host Sebastian Matthias Skotnik, exklusiver Partner,
00:45:02: Expertiv,
00:45:03: Redaktion und Produktion Westwind
00:45:07: Stories.
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