VERÄNDERUNG IST IMMER EINE CHANCE (mit Guido Wollsiefer)

Shownotes

VERÄNDERUNG IST IMMER EINE CHANCE (mit Guido Wollsiefer)

Guido Wollsiefer war Soldat im Auslandseinsatz. Er hat Verantwortung getragen, Kameraden verloren und sie nach Hause begleitet. Erfahrungen, die man nicht aus Büchern lernt – sondern die man trägt. Nach der Bundeswehr kam die Personaldienstleistung. Vom Feldlager ins Büro. Vom Befehl ins Gespräch. Vom System in die Freiheit – und in die Verantwortung, die bleibt.

Ein Gespräch über den Moment, in dem aus Abenteuer Realität wird. Über Führung, die ohne Haltung nicht funktioniert. Und über einen Satz, der hängenbleibt: Mach dich gerade im Leben.

Guido Wollsiefer https://promedis24.de/kontakt/standort-koeln LinkedIn: @guido-wollsiefer

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00:00:02: Veränderung, Auftrag oder Identität.

00:00:05: Wir reden oft darüber, was die Bundeswehr aus Menschen macht.

00:00:09: Über Disziplin, Leistung, Kameradschaft.

00:00:12: Aber am Ende zählt, was bleibt, wenn der Rahmen wegfällt.

00:00:16: Wer bist du, wenn der Auftrag endet und wie gehst du damit um, wenn aus dem Abenteuer-Modus plötzlich Realität wird?

00:00:23: Freiheit abgeben, Verantwortung tragen, Klarheit aushalten.

00:00:26: In dieser Folge geht es genau darum, warum Veränderung immer eine Chance ist, wie ein System gleichzeitig Entwicklung fördern und Vertrauen herausfordern kann.

00:00:35: Und warum Empathie und Konsequenz kein Widerspruch sind.

00:00:39: Besprechende Überführung, die ohne Verbindlichkeit nicht funktioniert, Überleistung, die nicht nur machen, sondern erreichen bedeutet und über einen Satz der Hängen bleibt.

00:00:48: Mach dich gerade im Leben.

00:00:50: Und wir reden über den Schritt raus aus der Bundeswehr ins zivile Leben, herausfordernd, leise, manchmal brutal.

00:00:57: ehrlich, weil Identität nicht einfach mit dem Dienstgrad abgegeben wird.

00:01:01: Darüber spreche ich in dieser Folge mit Guido Wollsiefer.

00:01:18: Willkommen und Glück auf zu In Arbeit, Folge thirty-two.

00:01:21: Heute sitzt mir jemand gegenüber, der nicht Nicht berühmt ist, nicht in Talkshows rumgereicht wird und auch keine Bühne sucht.

00:01:29: Guido ist ein Mann, der einfach seinen Weg gegangen ist.

00:01:31: Geradeaus, unverstellt und ohne großes gewesen.

00:01:36: Er war Soldat im Kosovo mit einem Einsatz, hat Verantwortung getragen, hat Kameraden verloren und sie nach Hause begleitet.

00:01:43: Erfahrungen, die man nicht aus Büchern lernt, sondern die man trägt.

00:01:47: Nach seiner Zeit bei der Bundeswehr ist der Indipersonaldienstleistung gerutscht, hat dort geführt, entschieden, aufgebaut.

00:01:53: und ist heute Prokurist in einem großen Personaldienstleistungsunternehmen in einer Branche, in der es wirklich um Menschen geht.

00:02:01: Ich kenne Guido seit vielen Jahren und ich kann sagen, er ist einer der sich anpasst, aber sich nicht verbiegen lässt.

00:02:08: Einer der Verantwortung annimmt, wenn es ernst wird, einer der Haltung nicht ausspricht, sondern lebt.

00:02:15: Und genau deshalb ist er heute hier.

00:02:17: Guido Wollsefer, schön, dass du hier bist.

00:02:20: Danke Scotty, oder muss ich Sebastian sagen?

00:02:22: Ja, Basti

00:02:23: wäre ganz gut.

00:02:23: Ja,

00:02:23: Basti.

00:02:24: Okay, ja gut, dann nenn ich ja heute Basti.

00:02:26: Finde ich zwar kacke Scotty, aber machen wir

00:02:28: trotzdem.

00:02:28: Du kannst auch Scotty sagen, sind die Hörerinnen und Hörer nicht gewohnt, aber so werde ich immer in der Freizeit auch oft genannt.

00:02:39: Jetzt habe ich das gerade eben hier in der Einleitung so vorgelesen.

00:02:43: Und ab und an, wenn ich hochgeguckt habe, habe ich gesehen, für alle, die da draußen, die du bisher noch nicht gesehen haben, ganz lieb und ganz nett von mir gemeint, eine Mischung aus Obelix und Popeye, der aber in der Einleitung immer mehr glasige Augen bekommen hat.

00:02:59: Hatte ich das berührt, was ich gesagt habe?

00:03:00: Ja,

00:03:00: war ja nett und zutreffend war ja nix gelogen.

00:03:03: Super.

00:03:05: Also ich versuche hier grundsätzlich nicht die Unwahrheit zu sagen, aber... Passt schon.

00:03:09: Hat getroffen, ne?

00:03:10: Ja,

00:03:10: absolut.

00:03:10: Okay.

00:03:12: Gido, kölbsche Jung.

00:03:14: Richtig, richtig.

00:03:15: Bis

00:03:15: heute Morgen aus Köln gekommen.

00:03:16: Ja, genau.

00:03:17: Und da lebe ich halt immer wieder auch im Umgang mit anderen Menschen, die so im Rheinland im Ruhrgebiet gar nichts zu tun haben.

00:03:24: Die denken immer, dass ich aus dem Ruhrgebiet komme.

00:03:26: Tatsächlich schwierig, aber ich lass es durchgehen.

00:03:29: Warum findest du das heraus?

00:03:31: Das hat

00:03:31: völlig was anderes.

00:03:32: Es wird merkst du ja schon an uns beiden.

00:03:34: Warum?

00:03:35: Ja, weil ich erinnere mich noch, wir haben uns ja... Also ich würde sagen, wir haben uns irgendwie kennengelernt, Ende des Jahrhunderts war das in derselben Company.

00:03:44: Nur am falschen Ort in Dresden, wobei Dresden eine schöne Stadt ist.

00:03:48: Aber auch bei einem Arbeitssicherheits-Semene.

00:03:49: Ja,

00:03:50: und du hast... tatsächlich genau das Gleiche getan, wie alle anderen, denen ich früher begegnet bin, die mich vorher nicht kannten.

00:03:58: Die haben sich darüber kaputt gelacht, dass ich sage, ich... ISCH?

00:04:02: Oder wie ist es?

00:04:04: Da schmeißen die sich weg.

00:04:04: Warum?

00:04:05: Weil die das gar nicht kennen.

00:04:06: Das ist so typisch reinig, kölsch, platt, wie auch immer.

00:04:09: Jetzt, wenn du einen echten Kölner fragst, der sagt dann,

00:04:11: ne, das ist

00:04:12: ein Bureplatt.

00:04:13: Weil ich komme ja außerhalb von Köln, südlich von Köln, zwischen Bonn und Köln.

00:04:16: Und dann ist ja dann schon Land.

00:04:18: Aber ich ignoriere das einfach gekommt.

00:04:21: Also du bist Rheinländer durch?

00:04:22: Ja,

00:04:22: ja, absolut.

00:04:23: Ich kann gar nichts.

00:04:24: Aus Köln heute morgen ganz gut hier hingekommen hat.

00:04:26: Das ist kein Stau, alles top.

00:04:27: war befremdlich, aber wegzufahren vor Zuhause.

00:04:34: Gut, aber du arbeitest nicht nur ausschließlich im Homeoffice,

00:04:37: ne?

00:04:37: Nee, das wär auch nix.

00:04:38: Ich muss unter Menschen sein.

00:04:40: Ich find das grausam im Homeoffice.

00:04:42: Das geht gar nicht.

00:04:43: Du hast gerade eben gesagt, wir haben uns, das muss es gewesen sein.

00:04:46: Ich hab's auch versucht zu verifizieren.

00:04:48: Ich hab's nicht hingekriegt, aber du hast das anscheinend besser im Kopf als ich in Dresden bei einem Arbeitssicherheitsseminar kennengelernt.

00:04:55: damals in der selben Firma beim selben Personaldienstleister.

00:04:59: Haben das ein oder andere bei dem Dienstleister zusammen erlebt, sind hinterher auch in dieselbe Funktion gekommen.

00:05:05: Das fand ich ganz cool.

00:05:06: Und dann haben sich aber unsere Wege ein Stück weit getrennt.

00:05:09: Du bist woanders hingegangen, komm fast komplett aus der Branche raus.

00:05:12: Ich, nach einer gewissen Zeit noch etwas, ich war noch ein bisschen länger bei dem Dienstleister und hab mich dann selbstständig gemacht.

00:05:17: Und wir haben uns aber nie verloren.

00:05:18: Meist der Kontakt ein bisschen dünner geworden, aber nie verloren.

00:05:22: Und so wie ich es gerade in der Einleitung gesagt habe, in der Regel sind hier Menschen, die vielleicht schon ein Buch geschrieben haben, wobei das machst du ja jetzt auch, habe ich gehört?

00:05:30: Ja, jetzt ist falsch immer schon.

00:05:32: Immer schon, aber jetzt wird es professioneller.

00:05:35: Was ich im Übrigen total cool finde, dass du einfach deine Geschichte aufschreibst, weil es ist individuell, aber schon eine besondere Geschichte, die wir gleich mit Kriegenwörtern erleben werden und uns darüber unterhalten.

00:05:45: Das Schöne an meinem Podcast ist, dass ich mir die Gäste aussuchen kann.

00:05:48: Und es ist egal, ob ... diejenige oder derjenige berühmt ist oder nicht berühmt ist.

00:05:53: Wichtig ist, dass das, was der oder diejenige zu erzählen hat, interessant ist.

00:05:58: Und du brennst?

00:06:00: Absolut.

00:06:00: Ich glaube, wenn wir Überhaltung und Werte sprechen, dann habe ich den richtigen Menschen vor mir sitzen.

00:06:06: Und du hast eine Vita, die hat nicht jeder.

00:06:08: Und da würde ich heute ganz gerne mit dir drüber sprechen, um draußen.

00:06:12: Und ich glaube, der Bezug könnte nicht aktueller sein als gerade eben.

00:06:16: Im Pukto Werflich zum Beispiel.

00:06:18: Aber fangen wir ganz von vorne an.

00:06:19: Kochi Jung, du hast eine Ausbildung gemacht zum...

00:06:22: Bankriff, man.

00:06:23: Ja, genau, das war auch, das, was ich nach drei Jahren gesagt habe, boah, bloß raus hier.

00:06:28: Könnte ich auch eine Story zuerst zählen.

00:06:29: Ich will da gar, ich könnte ja drei Podcasts machen, bis ich fertig bin.

00:06:33: Aber ich hatte noch einen Sparkassenbeamten in der Personalabteilung, Herr Bieschke, werde ich nie vergessen.

00:06:38: Grauseliger Typ, ne graue Anzug, graues Gemüt.

00:06:41: Und ich war halt aber einer, der, der passte überhaupt nicht rein, ne.

00:06:44: Ich bin dann da hingegangen, ne.

00:06:45: Das war, ging schon los beim Auswahlprozess, ne.

00:06:48: Da erzählten dann, wenn man zwanzig Mann Warum sie alle prädestiniert sein, um bei der Kreissparkasse Kölner Ausbildung zu machen, weil der Papa kann das, die Mama kann das und hier und da und feiern sich mit Schwämmen.

00:06:58: Also wie sagt man mit fremden Blumenschmücken.

00:07:04: Dann war ich an der Reihe, ne?

00:07:05: Ich hatte immer das Glück, dass ich im Alphabet ganz hinten war.

00:07:08: Wenach mir kam nur noch der Zombie mit Z. Dann hab ich ja gut zugehört und hab gesagt, tut mir leid, kann ich nicht mithalten.

00:07:14: Ich hab von Bankwesen überhaupt keine Ahnung.

00:07:16: Mein Papa der vierten Lkw, meine Mutter kommt aus der Bäckerei.

00:07:19: Ich kann mir nirgendwo was abgucken, aber wenn ich alles könnte, müsste ich keine Ausbildung machen.

00:07:24: Und schon hat das so

00:07:24: wieder Freude.

00:07:25: Zack,

00:07:25: hat schon einen Job.

00:07:28: Die Freude war mir grundsätzlich egal, die hatte ich ja woanders schon.

00:07:33: Ihr wisst, wie das läuft.

00:07:35: Podcasts leben von Menschen, die zuhören, teilen und weiter sagen.

00:07:39: Wenn euch in Arbeit gefällt, folgt dem Kanal, werdet Follower, gebt eine Bewertung ab oder empfehlt die

00:07:45: Folge weiter.

00:07:46: Denn genau das sorgt dafür, dass die Gespräche weitergehen.

00:07:49: Mit Menschen, die wirklich was zu sagen haben.

00:07:57: Ja,

00:08:00: ich bin glaube ich, weil ich recht unkonventionell war und so gar nicht in dieses biedere Bankwesen passte, der Einzige, der ein rotes Flanell-Sakko an hatte und dem beim Bückeln an der Bargeld-Schublade himmte und geplatzt ist, weil ich Bodybuilding früher gemacht habe und lange Haare, Dauerwelle und so ein Zeug, goldene Kreolen.

00:08:19: Oh Gott, hier tun sich

00:08:21: ja gar nicht abgründende

00:08:24: aus.

00:08:24: Ich hab ja nie alles verraten, du musst beim Buch kaufen.

00:08:29: Das muss ich halt noch mit reinschreiten.

00:08:32: Und tatsächlich habe ich immer, ich habe es abgelegt, Menschen gefallen zu wollen, weil ich bin ich und weil wenn ich am Ende in eine waagerechte Liege und der erste sagnagelschen Grupp vom Einschlagen ist, da schreit auch keiner hier, wenn ich rufe, wer will mit mir tauschen.

00:08:47: Das ist einfach so.

00:08:49: Genau, und dann bin ich halt bei der Bank weg und dann hatte ich mich beworben bei Salomon, Oppenheim und Junior.

00:08:55: Wenn die Story kennt, kann froh sein, dass ich da heute nicht bin.

00:08:57: Das wäre ich wahrscheinlich arbeitsloser im Gefängnis.

00:08:59: Die haben ja ganz komische Sachen mit Aktien gemacht früher.

00:09:02: Da wollte ich aber unbedingt hin und dann kam der Einruhfungsbescheid.

00:09:05: Herr Wolsifer, Sie müssen ab dem ersten, neunten, zweitaus, ach nee, in nineteenhundert, acht und neunzig walert.

00:09:12: Dann bitte Ihren Wehrdienst beginnen in Nienburg an der Weser.

00:09:16: Und dann dachte ich, alter, wo ist dat denn, ne?

00:09:19: Aber hab ich mich kurz kundig gemacht, gab ja kein Navis zum damalige Zeitpunkt, zumindest nicht für mich.

00:09:24: Also ADAC-Katalog aufgeschlagen, dachte ich, aha.

00:09:27: Links von Hannover.

00:09:29: Fahre ich hin, war dann da und jetzt könnte man ja meinen, ich wäre so ein harter Typ.

00:09:34: und dann war dann auf dem Antreteplatz dann Blutgruppenbestimmung.

00:09:37: Da haben wir es mit einem Nadel in den Arm gejagt und dann war da aber so ein Dovi, der das überhaupt gar nicht konnte.

00:09:42: Ich glaube, dem hatten sie einfach nur eine Uniform angezogen und dran geschrieben, Sanitäter und da hat er mir die Nadel da reingewemst.

00:09:48: Und dann bildete sich so eine Blutblase und dann wurde mir schon so warm, ähnlich wie hier.

00:09:53: Und dann sagt er drauf drücken, dann habe ich da drauf gedrückt, spritzte eine Blutpomp, wollte sie vervoll aus der Reihe knallt.

00:09:58: Und so war dann der Start bei der Bundeswehr.

00:10:01: Und dann habe ich letztendlich während meiner ... Dienstzeit, also als Wehrpflichtiger.

00:10:07: Irgendwann noch mal einen Brief von Salomon Oppenheim und Junior bekommen, die mich ja nicht wollten, weil ich die Wehrpflicht machen musste.

00:10:12: Ja, jetzt würden sie mich doch noch haben wollen.

00:10:14: und dann dachte ich mir so, nee, also irgendwie so zweite Wahl passt nicht.

00:10:18: und jetzt bleibe ich bei der Bundeswehr.

00:10:21: Zumal ich das Glück hatte, zum Feld hierher zu kommen.

00:10:23: Da ging so ein kleiner Jungtraum in Erfüllung.

00:10:26: Auto mit Blaulicht auf dem Dachhandschelle am Gürtel, Pistole.

00:10:30: So, jetzt hatte ich das Pech.

00:10:30: Ich war der einzige Schlau in meinem Jahrgang.

00:10:32: Ich hatte irgendwie Abitur und eine bekaufmännliche Ausbildung.

00:10:36: Da haben sie mich in den Battalionstab nach Hilden geschleckt.

00:10:39: Das war so stinkgelangweilig.

00:10:40: Und dann habe ich meinen damaligen Stabsoffizier so lange geärgert, bis er verstanden hat.

00:10:45: Das macht keinen Sinn, dem müssen wir nach Köln... dann bin ich im Bootzweiler Hof gekommen, die Kaserne ist heute abgerissen, da steht jetzt die Motorwelt.

00:10:53: und dann bin ich halt zu den Feldjägern und war dort Versorger und habe aber immer so die Ambition gehabt und das begleitet mich mein ganzes Leben, wenn mir jemand eine Ausbildung nicht geben will, dann bring ich es mir halt selbst bei.

00:11:06: Okay, verstehe ich, lass uns mal kurz bleiben.

00:11:08: Bank, Ausbildung zu Ende, erster Job, den du haben wolltest, nicht bekommen, ein berufungsbescheid, Feldjäger.

00:11:16: Fandst du cool?

00:11:17: Fandst du gut?

00:11:18: Weil Blaulicht, Uniform, warum bist du kein Polizist geworden?

00:11:22: Ja, da kann ich ja nachhören.

00:11:23: Aber zu sagen, wollte ich werden, die haben mich nicht genommen.

00:11:26: Aber da habe ich auch zwei geile Stories und war super.

00:11:29: Okay,

00:11:29: okay.

00:11:31: Bleiben wir bei der Bundeswehr.

00:11:32: Du hast deinen Grundwehrdienst abgeleistet, hattest das Glück dahin zu kommen, wo du hinkommen wolltest zu den Feldjägern und sagst von dir, ich drück's mal milder aus, du warst wissbegieriger als andere.

00:11:44: Ich war zumindest wissbegierig und war nicht mit dem zufrieden, was man mir an Wissen zur Verfügung stellen wollte.

00:11:51: Ich glaube, das trifft es, weil ich möchte auf gar keinen Fall den Eindruck erwecken, dass ich irgendwie was Besseres bin als anderes, bin ich nicht.

00:11:58: Und ich vergleiche mich auch nicht mit anderen, aber mein Anspruch ist eben immer besser zu sein als der, der ich gestern noch

00:12:03: war.

00:12:03: Okay, dann war der Grundwehrdienst vorbei.

00:12:07: Der normale Weg der Dinge ist ja so, dass du dann in deinen Job zurück ist.

00:12:11: Ja, richtig, genau.

00:12:12: Und da hatte ich aber gar kein Bock mehr darauf, weil diese Bankausbildung, ich fand Bank, da habe ich mir geschworen, als ich daraus marschiert bin, ich werde nie wieder einen Anzug tragen.

00:12:21: Das ist nachher nicht gelungen, das war mir ein paar Jahre dann noch.

00:12:24: Und

00:12:27: neben der Bank gibt es auch noch ganz andere Jobs, die du hättest machen können.

00:12:29: Du wolltest auf jeden Fall bei der Bundeswehr.

00:12:31: Ja,

00:12:31: weil das einfach geil war.

00:12:32: Und zum damaligen Zeitpunkt war für mich die Bundeswehr das perfekte Umfeld, um mich selber entwickeln zu können.

00:12:41: weil ich tatsächlich da die Chance hatte, von zu Hause rauszukommen.

00:12:45: Ich glaube, ich habe auch einen Stück weit den Abstand zum Elternhaus gebraucht, weil egal, und wenn du meine Eltern heute fragen würdest, die würden das bestätigen.

00:12:54: Bei jedem Wechsel, den ich vorgenommen habe, egal ob es von der Bank, zur Bundeswehr, von der Bundeswehr in die Zeitarbeit, von dem einen zu dem anderen Arbeitgeber war, ach, du kannst doch nicht machen, Ehrenwetterjob oder sei doch vernünftig.

00:13:06: und jetzt hat er gekündigt und er verlierte nachher noch sein Haus und alles.

00:13:10: Nein, ich mache einfach nur die Dinge, die ich gerne und aus lauter Bezeugung mache.

00:13:14: Das hat was mit meinen Werten und mit der inneren Haltung zu tun.

00:13:17: Ja,

00:13:17: da kommen wir sicherlich auch gerne mal zu.

00:13:19: Wobei, wenn ich jetzt einen schon mal verstanden habe, ohne gedacht, die ganze Sendung oder die ganze Folgerik kapitulieren zu wollen,

00:13:24: für

00:13:24: dich ist Veränderungschance und ...

00:13:26: Immer.

00:13:27: Okay.

00:13:28: Stillstand ist tot.

00:13:29: Gido, du hast dann als Feldjäger gearbeitet bei der Bundeswehr und dann gab es die Situation, dass man dich gefragt hat oder man dir gesagt hat, wenn man ... Wollt ihr ver, welche Funktion hattest du zu dem Zeitpunkt?

00:13:42: Naja, ich war Versorgungsdienstfeldwebel.

00:13:45: Das halt in einer Einsatzkompanie in Köln, bei den Feldhegern.

00:13:49: Dann war klar, das siebte Einsatzkontingent KFOR musste gestellt werden.

00:13:54: In Jugoslawien?

00:13:56: Ja, genau.

00:13:56: Ja, aber

00:13:57: weil viele unserer Zuhörer die Situation in Jugoslawien ja nur noch aus Büchern, auf Fernsehen oder Social Media kennen, habe ich das nochmal kurz absurd.

00:14:05: Wir sind ja jetzt mittlerweile auch schon ein bisschen älter.

00:14:08: Krieg

00:14:08: war jahrzehntelang weit weg von uns.

00:14:11: Vor allen Dingen, man durfte es nicht Krieg nennen.

00:14:14: Das waren immer Konflikte und ich glaube... War

00:14:17: das so, durftet ihr das nicht Krieg nennen?

00:14:19: Nein, verfolgt das doch mal.

00:14:21: Also in Afghanistan, das war ja auch kein Krieg.

00:14:24: Da

00:14:25: habt ihr es auch unter euch in Jugoslawien selber Konflikt genannt?

00:14:29: Tatsächlich ging es nie um die Tatsache Krieg.

00:14:32: Und ich glaube auch, wenn man das heute mit dem vergleicht, was zum Beispiel in der Ukraine passiert, dann war Kavor und auch Eishoff ein Kindergärtner gegen.

00:14:45: Ja, also das ist, weil zumindest in den Zeiten, in denen dann diese Koste, wo Force ist, also Karvortruppe zur Sicherung des Friedens in diesem Land tätig war, war das, was vorher ja viele Zehntausende Menschenleben gekostet hat.

00:15:03: Ja schon längst vorbei, es ging ja nur um Friedenssicherung.

00:15:06: Und trotzdem ist es schwierig.

00:15:09: So, dann wirst du gefragt, Wollsiefer, sie wollen da hin oder kommen sie mit?

00:15:12: oder es wurde gesagt, ihnen wird nahegelegt, Wollsiefer, dass sie in ihrer Funktion und ich glaube, du warst ja jetzt auch nicht... Schlecht unterwegs.

00:15:20: Du warst für die Materialversorgung zuständig.

00:15:24: Millionen hast du verantwortet.

00:15:26: Vom deutschen Steuerzahler oder wie war das?

00:15:29: Ja, also das steht glaube ich so ein Stück weit in meinem Dienstzeugnis drin.

00:15:35: Tatsächlich habe ich jetzt nicht auf Kisten mit Millionenwerten gesessen, aber in der Materialverwaltung hast du natürlich dann so ein Battalion, das war mit dislozierten Kompanien Münster, Augesdorf, Hilden, Köln, das war alles so, gehörte mit dazu.

00:15:49: Und nachher in Köln beschränkte sich das dann tatsächlich nur auf den Waffenbestand, Munitionsbestand, Verbrauchs- und Investitionsgüter.

00:15:58: Und das muss halt verwaltet, in Stand gehalten werden und darum kümmere ich dich dann halt.

00:16:03: Ausgangspunkt?

00:16:04: Wurde es dir gefragt oder wurde dir nagelegt einzufügen?

00:16:06: Naja, ich habe unterschrieben dafür, dass ich mit Leib und Leben für den Frieden und die Sicherheit Deutschlands und der verbündeten NATO-Staaten eintreten werde.

00:16:15: Deswegen stellte sich die Frage nicht und deswegen habe ich auch den Sinn und Zweck nicht angezweifelt.

00:16:20: Dann

00:16:20: hast du dich verpflichten lassen damals?

00:16:22: Etappenweise.

00:16:23: Es war erst werpflichtend, zwei plus zwei, dann vier, dann acht, dann zwölf und dann habe ich es nachher aber verkürzt aus anderen Gründen.

00:16:30: Kommen

00:16:31: wir vielleicht gleich nochmal zu.

00:16:34: Gido, du kommst dann in Jugoslawien an.

00:16:37: Ich spring mal ein bisschen.

00:16:39: Camp He's Sunshine Camp?

00:16:41: Ja, das war so der inoffizielle Beriff.

00:16:43: Das war in Sova Reka.

00:16:44: Das ist eine kleine Ortschaft Nordöstlich von Priserinnen und zwischen Priserinnen und Mitrowitzer.

00:16:51: Mitrowitzer ist vielleicht ein Begriff.

00:16:52: Da kracht er heute noch.

00:16:54: Da bekriegen sich die Serben und die Albaner nach wie vor, weil Mitrowitzer so eine Serbenmetropole ist und schwieriges Pflaster.

00:17:03: Ja, und da war ich.

00:17:04: Und der inoffizielle Begriff, das war von den netten Kollegen aus der Schweiz und Österreich.

00:17:08: geführt.

00:17:09: Die hatten doch eher Humor als die Deutschen.

00:17:12: Und die haben das dann Camp Sunshine genannt.

00:17:14: Und das war wirklich so.

00:17:15: Wir hatten den einzigen Feuerlöschsteig oben gebaut als Swimmingpool mit einem Turm.

00:17:18: Es gab auch regelmäßig Baywatch-Dienste.

00:17:21: Da haben wir uns auch extra T-Shirts sticken lassen.

00:17:23: Baywatch, Poolaufsicht mit Rettungsring, Musikanlage und so weiter.

00:17:28: Also das war schon, das war nicht alles hart und schlimm.

00:17:31: Das war auch viel Spaß.

00:17:32: Ja, ich meine, davon muss das ja auch ihren Stück weit schön machen und auch aushalten können.

00:17:36: Aber kommen wir nochmal zu Situation, als du angekommen bist bzw.

00:17:41: du in dem Camp warst.

00:17:42: Ja.

00:17:42: Was war eines der ersten Bilder, die du wahrgenommen hast, die du heute noch im Kopf hast, wenn du an Camp Sunshine denkst?

00:17:50: An Camp Sunshine habe ich den ersten Eindruck, als ich meine Containertür aufgeschlossen habe, die irgendwie schallgedämmt und gepanzert waren.

00:17:58: Wie soll ich es mit den Arschregen auf zwölf Quadratmeter aushalten?

00:18:01: Das war tatsächlich das, wo ich sehr schnell verstehen musste, okay, hast du tatsächlich enorme, viele Freiheitsgrade freiwillig aufgegeben und stellt sich ganz in den Dienst unter Verzicht aller persönlichen Belange für den Frieden in einem anderen Land, mit dem ich eigentlich nichts zu schaffen habe.

00:18:24: Hat dich das angekext?

00:18:25: Das war zu dem Zeitpunkt noch so ein, war ich noch in so einem Abenteuer-Modus.

00:18:30: Weil endlich das tun, wofür du ausgebildet bist, das mich eben danach gefragt, warum ich kein Polizist geworden bin.

00:18:36: Dazu könnte ich in einer Story erzählen, da haben wir ein Materialtransport von Köln nach Unakönigsborn begleitet.

00:18:43: Und am nächsten Tag hatte ich ein Date in Köln mit einer netten Mädel.

00:18:48: Das war direkt nach Karneval.

00:18:49: Und dann bin ich in eine Schießerei geraten und da hat mich eine Polizei beantwortet.

00:18:53: als Zeuge vernommen und hat Stellen so dreiretorische Fragen und da war ich ja voll schon im Soldaten da sein.

00:19:00: Und er sagte, ja, wir hätten sie denn als betroffener Polizistgange.

00:19:03: Dem Polizist wurde eine Waffe vom Täter entwendet und ich bin da reingesprungen.

00:19:07: ... war da mitten drin in der Situation, da war so ein bisschen Comedy und Horror in einem.

00:19:13: Und auf diese Frage habe ich dann geantwortet, ich hätte mir eine Kugel zwischen die Augen verpasst.

00:19:17: Ja, wieso das denn?

00:19:18: Ich sage ja, weil ich das so gelernt habe.

00:19:20: Ja, das dürfen Sie aber nicht sagen.

00:19:22: Ich sage doch, ich bin ja kein Polizist, ich bin Soldat.

00:19:25: Das ist ein qualitativer Unterschied.

00:19:26: Verstehe

00:19:26: ich.

00:19:27: Gab es einen Moment, der dir unmissverständlich gezeigt hat, da im Camp Sunshine ... Das hier ist Realität,

00:19:33: da

00:19:33: ist keine Vorbereitung, kein Testlauf hier.

00:19:35: Hier geht es jetzt los.

00:19:36: Ja, dritte Oktober, Tod von zwei Kameraden.

00:19:39: Wir hatten, das war allerdings dann nicht mehr im Camp Sunshine, sondern in Prissren, in der MNB South-West.

00:19:44: Das war so das Headquarter des deutschen Einsatzkontingentes.

00:19:50: Da war dann am dritten Oktober, im Jahr three in Antreten.

00:19:54: Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit.

00:19:56: Und dann kam ein Funkspruch, Achtung, zwei Kameraden vermisst.

00:19:59: ja und dann ohne das jetzt ins Detail vertiefen zu wollen.

00:20:04: Lange Rede, kurzer Sinn.

00:20:05: Ich war ab dem Moment zweiundsebzig Stunden wach und als ich wieder zur Besinnung kam, waren zwei Kameraden tot und meine Welt hatte sich verändert.

00:20:14: Zu jeder Zeit, wenn es dir zu tief wird oder du kein Lustmänner hast oder das nicht willst, sagst du Bescheid.

00:20:20: Ansonsten frage ich einfach, bis der Arzt kommt.

00:20:23: Ja.

00:20:27: Zu dem Zeitpunkt waren eigentlich, also da hatte man schon den Zollstock angefangen runterzuknipsen, wir hatten fünf und halb Monate in dem Moment auf dem Puckel geplant, waren sechs Monate und wegen, manchmal ist das so, dann verschieben sich irgendwelche Kontingenttermine oder weil irgendwas Logistisches nicht passt und es sind dann nachher fast sieben Monate geworden.

00:20:51: Es war, wie gesagt, der dritte Oktober und ich glaube Anfang Dezember sind wir zurückgeflogen.

00:20:56: Das heißt,

00:20:56: ihr seid diejenigen gewesen, die sofort und unmittelbar in Front gegangen sind.

00:21:00: Alle anderen haben sich an ihrem Platz eingefunden, haben das getan, was sie sonst auch tun.

00:21:05: Und ihr wart dann diejenigen, die gesagt haben, von denen es verlangt wurde, ihr sucht die jetzt?

00:21:11: Ja, also wir waren die Einsatzkompanie, in dem siebten Einsatzkontingent in Sova Reka.

00:21:16: Es waren zwei Kameraden aus unserer Kompanie, die zu dem Zeitpunkt, als wir schön beim Antreten waren, dann auf Patrouille waren, weil der normale Dienstbetrieb ging weiter und dann wurden die auf einmal vermisst, nennen wir es mal so.

00:21:29: Das war bitterer Ernst, du bist in einem Tunnel, du kriegst noch gerade mit, du reduzierst.

00:21:34: Informationen auf das nötigste und dann kriegst du einen Marschbefehl, einen Einsatzbefehl und dann geht's los.

00:21:41: Kameraden finden, sichern und hoffentlich es sieht schön aus.

00:21:44: Mir

00:21:44: war nur wichtig jetzt noch mal rauszufiltern, dass ihr quasi in der Funktion wartet, sich ins Auto zu setzen, mit euch sechs, sieben, acht Leuten die erwarten und die Jungs...

00:21:55: Nee, ne ganze Kompanie.

00:21:56: Sechs

00:21:56: bis siebzig Mann.

00:21:57: Dann ging es richtig der Bank ab.

00:21:59: Okay, und dann seid ihr los.

00:22:01: Dann sind wir los.

00:22:02: Und dann habt ihr die Versucht, die zu finden.

00:22:04: Genau, dann haben wir sie auch gefunden.

00:22:06: Und dann war das natürlich eine Situation.

00:22:10: Es gibt keine klares Erinnerungsbild, weil du eben funktionierst wie eine Maschine.

00:22:16: Du handelst taktisch, du handelst überlegt, du handelst strukturiert.

00:22:21: Im größten Chaos bist du die Ruhe selbst.

00:22:24: Und das ist tatsächlich eine ganz beeindruckende Erfahrung.

00:22:27: Am Ende sind wir halt eben mit zwei toten Kameraden zurückgefahren.

00:22:32: völlig erschopft übernächtig.

00:22:34: Also ich weiß noch ganz genau, als das schlimmste eigentlich durch war, am Ort des Geschehens.

00:22:39: Und da sagte ein österreicher Kamerad, ich habe jetzt die Faxen dicke, wenn wir weiter auf die übergeordnete Führung warten, dann kriegen wir die beiden nie hier raus.

00:22:47: Und da hat er zweimal telefoniert und dann kamen irgendwelche Hubschrauber und dann noch ein Bergrettungsteam und dann sind die einfach mit uns in dieses vermiente Gebiet rein, haben und die Jungs daraus geholt.

00:22:59: Der Punkt ist, um mal... bildhaft zu beschreiben oder vielleicht auch ansatzweise ein Gefühl zu vermitteln, was das mit einem Macht ist, wenn du kennst den Film Tränen der Sonne mit Bruce Willis.

00:23:11: Vielleicht mal gesehen, aber vom Namen her jetzt.

00:23:13: Auch das beschreibt relativ genau das zumindest von der Emotion, nicht die Szenerie, aber das, wie man sich als Soldat fühlt.

00:23:21: Und wenn ich diesen Film heute sehe, dann sehe ich nicht nur den Film, sondern dann rieche ich das Blut, dann schmecke ich Fleisch, dann hörst du Schreie und dann bist du wieder mitten drin in der Situation.

00:23:35: Absolut auf Herr Speck, ne?

00:23:36: Ja, genau, richtig.

00:23:38: Ihr habt die beiden mitgenommen, seid zu euch ins Camp.

00:23:41: Genau.

00:23:41: Und dann ging es relativ zügig, dass ihr, du hattest mir erzählt, die beiden nach Deutschland überführt

00:23:46: habt.

00:23:46: Wir sind dann in so ein Kühlcontainer gekommen, wurden da aufgebahnt, dann gab es eine Totenwache, eine Woche lang, dann wurde der Rückflug organisiert und dann haben wir die mit zwei Helikoptern nach Mazedonien geflugen an einen Flughafen und von da aus verladen in der Transall, dann runter nach Penzing, hinten Klappe auf, der Familie übergeben.

00:24:04: und dann ist im Prinzip in dem Moment bei mir etwas passiert, was in meiner Entscheidung gefestigt, dass ich aus der Bundeswehr raus muss, dann bringst du zwei Kameraden zurück, übergibt sie den jungen Familien.

00:24:18: Und da steht dann irgendein Typ in Uniform, aber da keine politischen Vertreter.

00:24:24: Kein Dankeschön, keine Respektsbekundung.

00:24:29: Und das bitteste danach war, dass im Prinzip diese jungen Familien, die haben die Beerdigung bezahlt, erhalten.

00:24:36: Da war mir klar, weißt du, du stirbst im Einsatz für etwas, was nicht dein Krieg ist, was nicht dein Kampf ist, nicht deine Auseinandersetzung und wo auch dein Einsatz im Prinzip nichts an der Mentalität der Menschen in einem anderen Land verändern würde, wahrscheinlich nicht.

00:24:54: Als Dankeschön bezahlt die Bundeswehr die eine Holzkiste und macht einmal Loch auf und wieder zu.

00:25:00: Aber die Frauen, die Kinder haben Väter verloren.

00:25:03: Ich verstehe, was du meinst.

00:25:05: Ihr seid zurückgeflogen danach direkt?

00:25:06: Ja, genau.

00:25:07: Dann ging es wieder zurück in Einsatz.

00:25:08: Dann ging am nächsten Tag das Leben noch mal weiter.

00:25:12: So normal das eben ging, die danach für mich, die verbleibenden Wochen im Einsatzland, waren dann tatsächlich geprägt von einem ganz neuen Bild von Menschen.

00:25:24: Man hatte immer irgendwelche vorgesetzten oder im Dienst grad höheren Personen, wo ich bis dato drauf geschaut habe und gesagt habe, geiler Soldat, ne geiler Typ, mehr so richtig harter, harter Kerl, das ist ne Leitfigur für mich.

00:25:40: Und die sind dann durch diese Einsatzerfahrung innerlich gebrochen, die sind dem Alkohol verfallen oder... Durch

00:25:49: die Situation jetzt oder vorher?

00:25:51: Ja

00:25:51: klar, das muss erst mal verpacken können.

00:25:52: Ich wollte gerade fragen, du hast mir erzählt, ihr seid aus dem Flugzeug ausgestiegen, wieder zurück im Kosovo und dann ist dann... Dienste haben nach Vorgesetzter zu euch gekommen und hat was gesagt?

00:26:02: Denkt dran, Männer, egal wie scheiße den Tag ist, jeder Tag ohne ein Lachen ist das verlorener Tag.

00:26:07: Und dann

00:26:08: habt ihr den Schnaps getrunken?

00:26:10: Oh, drei.

00:26:13: Nee, ich habe tatsächlich für mich erkannt, das ist eine Situation, die ist nicht alltäglich, die wird dich belasten so oder so.

00:26:21: Also muss ich Hilfe in Anspruch nehmen und ich war mir nie zu fein dafür zu erkennen, wann ich an meine Grenzen komme.

00:26:27: Ja, aber

00:26:28: dafür muss man schon extremst reflektiert sein.

00:26:30: Du sagst auch in unseren Telefonaten, die wir führen oder wenn wir uns treffen, dann nimmst du das immer so als Gott gegeben, ich war mir nie zu fein und ich habe immer gemerkt, wann ich Hilfe brauchte oder wann ich was in Anspruch nehmen will, muss, darf.

00:26:43: Das Thema ist, das muss man ja erstmal mehr.

00:26:44: Du, ich glaube, das kannst du keinem beibringen.

00:26:47: Oder

00:26:47: ist das dann so eine Situation, wo du tatsächlich gar nichts mehr kannst, dich einigelt, Licht aus, Rollo runter und ich funke in Anführungsstrichen, das darf ich normalerweise nicht sagen, das verbietet mir meine Familie, aber du funktionierst nicht mehr.

00:26:59: Das habe ich zum Glück nie erlebt.

00:27:01: Ich habe das bei anderen Menschen beobachtet.

00:27:04: Ich habe das bei anderen Menschen gesehen.

00:27:06: Ich weiß mal ganz genau, den Namen will ich jetzt nicht nennen, aber das war ein junger Kamerad.

00:27:11: Ich war ja selber noch nicht so alt.

00:27:12: Wie

00:27:13: alt warst du damals?

00:27:13: Du

00:27:13: warst im Jahr zwei, drei, das war recht ein siebzehnten.

00:27:17: Siebenundzwanzig, komm ich morgens aus meinem Container raus und in mir ruhen, eigentlich relativ gefestigt.

00:27:26: Da sitzt ein junger Gerl, das war nachdem wir gerade den Tag zurück waren aus Deutschland und hat seine Dienstwaffe in der Hand.

00:27:36: Guckt so nach vorne, unten auf die Waffe gerichtet, was macht der?

00:27:42: Und ein paar Wochen vor hat sich einer in den Fuß geschossen.

00:27:46: Mensch, sicher, das war so eine witzige Story da.

00:27:49: Aber das war keine Absicht, der wollte jetzt nicht gucken, ob es wehtut.

00:27:52: Also... Da

00:27:53: habe ich jetzt auch nicht erwartet.

00:27:55: Okay,

00:27:55: auf jeden Fall hat das du gedacht, nicht, dass das nochmal passiert, ich spreche den mal an.

00:27:58: Genau,

00:27:58: und dann habe ich ihn angesprochen und dann hat er aber nicht reagiert.

00:28:01: und dann habe ich ihn in den Arm genommen und dann habe ich so ein Irgendwie, ich kann dir nicht sagen, ob das fünf Minuten oder eine halbe Stunde gedauert hat, war auf jeden Fall scheiße kalt und früh morgens, dann habe ich ihm die Waffe irgendwann weggenommen, auf den Tisch gelegt.

00:28:12: Habst du mir deine Hose gesteckt und hab gesagt, so, pass mal auf.

00:28:16: Dann kam irgendein Offizier und dachte, was ist denn hier los?

00:28:19: Ich sag, du holst bitte deinen Chef, ne?

00:28:21: Dann sag, wann duzen sie mich?

00:28:22: Ich sag, ich sag jetzt.

00:28:23: hol den Chef.

00:28:25: So, und dann habe ich den Major Rudolf, wirklich ein feiner Kerl.

00:28:29: Der kam dann, ich sage, Herr Major, der Kollege muss dringend, der Kamerad, der muss dringend nach Hause.

00:28:34: Ich würde Sie bitten, dass wir jetzt einen Rückflug organisieren.

00:28:37: Und das beschreibt relativ gut, wie ich ticke.

00:28:40: Also ich habe dann in dem Moment einfach geguckt, dass ich über eine Aufgabe, die offensichtlich der lag und die keiner genommen hatte, das einfach erledige und damit bewirke, dass vielleicht irgendwas besser wird.

00:28:53: Ja, aber jetzt mal unter uns beiden.

00:28:55: passen dort euch dann.

00:28:56: Ich bin jetzt hier nicht in Arbeit, dich einzuladen und dir Honig und Bar zu schwieren.

00:29:01: Nur nichtsdestotrotz.

00:29:02: Wenn du sagst, ich komme daraus, ich sehe eine Aufgabe und ich organisiere die weg, dann ist das sehr sachlich und plastisch ausgedrückt.

00:29:09: Am Ende hast du eins gemacht, du hast extrem feine Antennen gehabt für den Moment.

00:29:13: Ja, das gehört dazu.

00:29:13: Untergehört, ihr habt den Arm genommen, hast du gehört, hast du sofort gemerkt, pass mal auf.

00:29:17: Hier könnt ihr jetzt gleich in Umglück passieren.

00:29:19: Hast dich dann auch noch widersetzt der Geflogenheiten der Bundeswehr, was man in der Regel, man, du, die Soldaten nicht machen und tun sollte und hast das organisiert.

00:29:30: Jetzt bin ich widersachlich.

00:29:31: Du hast extrem feine Antennen in dem Moment total empathisch reagiert.

00:29:36: Ja, ein super Gefühl für den Moment gehabt.

00:29:40: Wie passt das zusammen mit... der Bundeswehr, weil genau die Dinge haben in der Bundeswehr ja in der Regel nichts zu suchen.

00:29:47: Ich glaube, das ist falsch.

00:29:51: Da muss ich dir widersprechen.

00:29:52: Ich glaube tatsächlich, dass du gerade in... einem Beruf oder in einem beruflichen Umfeld, in dem wie zum Beispiel der Bundeswehr dieses Bild vom unerschütterlichen Soldaten nur deshalb funktionieren kann, weil dahinter Menschen stehen.

00:30:11: Weil Menschen verstehen, dass sie sich aufeinander verlassen müssen und zwar blind.

00:30:16: Das nennt man halt Kameradschaft.

00:30:19: Da komme ich sicherlich gleich nochmal zu.

00:30:21: Ich gebe dir auf der einen Seite, gebe ich dir recht, wenn du sagst, ja, das Bild des unerschütterbaren Soldaten, aber auch der Empathielosigkeit durch den harschen Ton der klaren Ansage und das niemals sich zu wehrsetzen dürfen, was heute sicherlich was anderes ist.

00:30:38: und nichtsdestotrotz, wie in jeder Berufung, gibt es Dinge, die kann ich wenig bis gar nicht lernen.

00:30:44: Stimmt und das sind Dinge, die durch Erziehung und Erfahrung sich entwickeln, so wie Werte, Werte, die man vertritt.

00:30:53: Und ich persönlich glaube, dass es das so was wie bereitwillig Verantwortung übernehmen.

00:31:00: Das ist ein Wert, für den ich einstehe.

00:31:03: In der Situation passiert es einfach.

00:31:05: Ja, das ist einfach.

00:31:06: ein Teil meines Wertegeristes hat dann tatsächlich in mir ein Schalter umgelegt und jetzt kommt das Thema Haltung.

00:31:13: Haltung ist für mich das, was einen Wert nach außen zeigt.

00:31:18: Ja, ich habe halt einfach gehandelt und habe darüber nicht nachgedacht.

00:31:23: Vielleicht ist das auch so ein Soldatending.

00:31:25: Einfach machen anstatt labern, damit du zum Bestmöglichen Ergebnis kommst.

00:31:30: Ja,

00:31:30: ich lasse davon nicht ab und ich merke, worauf du hinaus willst und nichtsdestotrotz ist einfach machen, Haltung.

00:31:37: Ja, trittst du bei mir Türen ein.

00:31:39: Plus Werte, sicherlich wichtig, das Umsetzen.

00:31:42: und die Haltung und die Werte, aber in so eine Form bringen, das muss man können.

00:31:46: Und wenn du sagst, das habe ich über meine Erziehung und Erfahrung und vielleicht auch noch ein Stück weit intrinsisch in mir, dann gehe ich da gleich in Schritt.

00:31:53: Es

00:31:56: geht nicht darum, Lebensläufe zu sortieren, auch nicht Profile in Raster zu pressen.

00:32:01: Und es geht erst recht nicht um Fließbandarbeit, es geht um Menschen, ums zuhören, das Potenzial in jedem von uns zu entdecken.

00:32:10: Wir bei Expertiv bringen Menschen nicht in Jobs, sondern in ihre berufliche Heimat.

00:32:16: Ins

00:32:16: Ankommen.

00:32:18: Du hast dann trotzessen, dass du hinterfragt hast, ob das für dich der richtige Job ist nach dem, was da passiert ist.

00:32:23: Ja.

00:32:24: Er hat noch einen zweiten Einsatz gemacht, zwei fünf.

00:32:26: Ja, genau, das war dann weniger ... Ein bisschen paradox

00:32:28: jetzt, das muss ich mir erklären.

00:32:30: Ja, das war weniger gewollt als gekonnt.

00:32:32: Das war so, ich war ja dann zurück in Köln, hab ganz normal meinen Dienst versehen, hatte ... Da gibt es ja dann auch Veranstaltungen, zu denen man dann unterwegs ist dienstlich.

00:32:44: Und irgendwann kam dann tatsächlich eine Abfrage, dass mit dem neunten Einsatzkontingent, tatsächlich war das so etwas wie die Einsatzbereitschaft im Einsatzkontingent selber.

00:32:54: Wenn irgendetwas Besonderes passiert, dann brauchst du halt Verstärkung und dann kommen die starken, wenn er aus, wie kieses ... Okay,

00:33:04: ich verstehe.

00:33:04: Also das ist dann, wenn der starke Droht nicht seiner Arbeit verrichten zu können, wie auch immer, dann kommen noch stärkere.

00:33:10: Naja, dann brauchst du halt einfach personelle Unterstützung, da reichen zwei brauchst halt vier.

00:33:15: also nicht von der von der wenn die polizei nicht funktioniert oder wenn das mit der polizei nicht ausreicht kommt das sek sondern wenn zwei polizisten nicht reichen kommen vier polizisten.

00:33:25: ja

00:33:25: genau so und das war tatsächlich dann zum zeitpunkt des neunten einsatzkontingente sondern war ich unter anderem auch teil dieses orf battalion.

00:33:35: das ist im prinzip die sind nur auf reserve die machen eigentlich gar nichts.

00:33:38: aber wenn es kracht fahren die los und unterstützen personell.

00:33:42: habe

00:33:42: ich verstanden jetzt Aber immer noch nicht clean mit mir, warum du da hingegangen bist.

00:33:46: Ja, weil das einfach meine Pflicht ist.

00:33:48: Punkt, ich habe da nochmal, ich habe ja einen Vertrag unterschrieben.

00:33:51: Nein, ist

00:33:51: das nicht, trotz hast du ja gesagt, du warst in der Situation zwei, drei, dass du daran gezweifelt hast, ob das noch das Richtige für dich?

00:33:58: Unbeirber war das auch klar, ich habe das dann einfach für mich entschieden, dass ich das nicht weitermache und trotzdem läuft ja dann auch so ein Prozess ab.

00:34:06: Ich hatte ja im Einsatz noch die Information bekommen, wenn du das jetzt hier unterschreibst, dann geht es für dich weiter, nächste Entwicklungsstufe und so weiter.

00:34:15: und das habe ich aber dann meinem Spieß in diesem Einsatz, dann gesagt, dieser hat sich für mich erledigt nach der Erfahrung hier mit den zwei Jungs, nicht weil sie gestorben sind, sondern weil die Bundeswehr damit falsch umgeht.

00:34:25: Dann ist das nicht wie eine fristlose Kündigung.

00:34:29: Dann hast du ja noch irgendwie eine Restdienstzeit, die sich aus dieser Entscheidung dann ergibt, die war dann verkürzt worden oder kürzer als im Ursprung eigentlich vereinbart.

00:34:39: Und dann ziehst du das durch.

00:34:40: Und dann kam die Informationen, die Kollegen aus Berlin, die Veltiger Kompanie in Berlin.

00:34:47: die geht in das neunteinsatz kontingent.

00:34:49: aber dann fehlt noch einer so und habe gesagt alles klar mache ich Auftrag verstanden.

00:34:54: Aber mit der Prämisse, ich gehe nicht wieder in dieses Camp Sovareka, weil egal wie gut und wie gut ich gelernt habe, mit dem Erfahrung umzugehen, würde es wahrscheinlich Dinge geben, die mich da erinnern.

00:35:06: Und dann wollte ich da einfach nicht traurig sein.

00:35:08: Also bitte in eine andere Feldlage.

00:35:10: Ja, alles klar, machen wir, komme ich da an.

00:35:13: Nee, haben wir uns überlegt, geht doch dahin.

00:35:15: So, dann hatten Sie mich.

00:35:16: Ja, ja klar, dann war ich da.

00:35:17: Und da habe ich gedacht, aufgeben ist keine Option.

00:35:23: Ja, aber das sind ja Sachen, die hatte ich ja nicht in der Hand.

00:35:25: Das hat ja gar nichts mehr mit Vertrauen zu

00:35:27: tun.

00:35:27: Ne, genau.

00:35:28: Und das war ja auch durch das Thema mit Vertrauen.

00:35:30: Also habe ich aber trotzdem in dem Moment einfach mich bemüht, das Beste von mir zu geben und einen guten Job zu machen.

00:35:38: Alles mir gelungen.

00:35:39: Dann

00:35:40: kann ich mir gut vorstellen bei dir.

00:35:42: Nichtsdestotrotz wird mir nicht klar, warum du dich nochmal gemeldet hast, wenn du sagst, ich wollte das eigentlich gar

00:35:45: nicht mehr.

00:35:46: Ja, weil ich einfach das als meine Pflicht erachtet habe.

00:35:50: Dann hast du so ein horrendes Pflichtbewusstsein und bist so zuverlässig, dass du sagst, ich gehe über meine eigenen Grenzen auch gesundheitlich,

00:36:01: um

00:36:02: meiner Funktion gerecht

00:36:03: zu werden.

00:36:03: Nee, vielleicht war das auch Selbsttherapie, um mir zu beweisen, egal wie hart dich das Leben, ich sag mal dir die Fresse haut.

00:36:13: ist kein Grund, einfach zu sagen, ich mache jetzt nicht weiter.

00:36:16: So eine

00:36:17: gewisse Konfrontationstherapie.

00:36:18: Ja,

00:36:18: genau, richtig.

00:36:19: Und das hat mir immer gut getan.

00:36:20: Das ist so wie mit Ängsten umzugehen.

00:36:23: Also wenn ich jetzt Angst vor Höhe habe, bringt es nichts, wenn ich am Boden bleibe, dann muss ich am Turm klettern, wenigstens mal runter gucken.

00:36:31: Du warst dann in einem zweiten Einsatz?

00:36:33: Ja.

00:36:34: Welcher Guido ist beim zweiten Einsatz hingefahren und was hast du merklich gespürt?

00:36:39: Das ist anders an mir jetzt.

00:36:40: Das ist ein ganz anderer Guido.

00:36:42: Ich bin die Abenteuerlust war weg, weil ich wusste, hier trifft ich das Leben im Zweifelsfall härter als in Deutschland auf der Straße.

00:36:51: Und deswegen bin ich besonder und mit einer gewissen Umsicht vorgegangen, also wenn ich zum Beispiel, das hat nichts mit Angst zu tun, sondern mit kontrolliertem Verhalten.

00:37:03: Du gehst nicht mehr unbedarft einfach irgendwo bei einer Ausdurchsuchung durch eine Tür und denkst, ach, da wird der Schlo gut gehen, sondern du sondierst die Lage oder du reist dich auch nicht mehr um jede Kleinigkeit, sondern du machst die Dinge perfekt, von denen du weißt, dass du sie kannst und optimierst deine Fähigkeiten so, dass dir keine Fehler mehr passieren.

00:37:25: Das war, glaube ich, so der evolutionäre Schritt.

00:37:28: den ich da gemacht habe an der Stelle.

00:37:31: Und das hat mir gut getan, das hat Spaß gemacht.

00:37:35: Gab es eine Situation in dem zweiten Einsatz, wo du gemerkt hast, der erste Einsatz belastet mich so stark, dass sich was an meinem Wesen geändert hat?

00:37:45: Nein,

00:37:45: überhaupt nicht.

00:37:46: So, dann war fertig.

00:37:47: Dann bin ich zurück und dann habe ich meinen Resturlaub abgebaut und dann habe ich tatsächlich nach dem Einsatz meine Uniform nie wieder angezogen.

00:37:55: und bin dann ins Studium gegangen und habe dann während meines Studiums ja meine Austrittsurkunde noch bekommen.

00:38:02: Und dann war ich im Zivilberuflichen angekommen.

00:38:05: Studiert noch nur die Bundeswehr.

00:38:06: Ja,

00:38:07: ja, das habe ich mir bezahlen lassen.

00:38:08: Irgendwas Gutes muss ich hier haben.

00:38:10: Das war geil.

00:38:10: Also, das war super.

00:38:11: Ich war der Best bezahlteste Student, glaube ich, in meinem Jahrgang.

00:38:15: Hab ja nebenbei dann noch noch, weil ich ja die Bundeswehr macht ja was ein mit mir.

00:38:20: Und was war das Signal?

00:38:21: Also, erst mal meine Mutter, die sagte mir dann immer, boah, Junge, die Bundeswehr, die hat dich total versaut.

00:38:26: Du bist so verrot und du bist so in deinem Umgang nicht mehr kompatibel mit normalen Menschen und so was.

00:38:32: Ohne Witz, da wurde ich eigentlich drauf hinaus.

00:38:34: Schön, dass du mir jetzt den Anstieg... Du hast mir mal von der Situation erzählt, wo du einkaufen warst.

00:38:39: Ich erinnere mich nicht mehr zu hundert Prozent, aber auf jeden Fall bist du außer Buchse gegangen wegen der Kleinigkeit.

00:38:44: Und als hinterher zu dir selber gesagt, als du dich aus der Situation rausgebiemt hast, das war jetzt nicht richtig, was dir passiert ist.

00:38:49: So,

00:38:50: ja, ich erinnere mich.

00:38:51: Ich habe aber noch eine andere Situation, die beschreibt das ähnlich genau.

00:38:54: ... mir damals nach dem Auslandseinsatz ... ... ein Peugeot, ... ... den Knallgeld von einem Unternehmer in Bochum ... ... interessanterweise.

00:39:05: Dann bin ich mit dem Auto in Brühl ... ... meiner Heimatstadt am Bahnhof vorbeigefahren ... ... und als Soldat hattest du dann, ... ... wenn dem Ausland vorher ... ... Sicherheitsüberprüfung, ... ... Ü-II, damit du auch nicht ... ... mit irgendwelchen finsteren Mächten ... ... im Kontakt stehst und so weiter, ... ... dann kriegst du tatsächlich ... ... kannst du über die Bundeswehr beantragen, ... ... dass du ... Identitätsschutz, sowas wie eine Kennzeichen-Sperre verangen wird.

00:39:28: Das heißt, wenn du dann kontrolliert wirst oder so, kann die Polizei anhand des Kennzeichens nicht auf die Personen zurückschließen, dem die Karre gehört.

00:39:36: Na ja, auf jeden Fall fahre ich dann an dem Bahnhof vorbei, wohlwissend, dass man da nicht langfahren darf, aber das war der kürzeste Weg.

00:39:43: So, jetzt war ich aber noch so in diesem Auslandsmodus drin, war gerade drei Tage wieder zu Hause und dann hält mich ein Polizist an, eine Streife, ich schalber runtergemacht und dann sagte, wissen Sie eigentlich, was Sie hier machen?

00:39:54: dass du eigentlich, wer ich bin, halt doch die Fresse, du Penner.

00:39:57: Hast du so gesagt?

00:39:58: Ja.

00:39:58: Und er sagte, sie steigen jetzt mal aus.

00:40:00: Ich sagte, das hast du mir überhaupt nicht zu sagen.

00:40:01: Das heißt, du bist halt voll in dem Tunnel drin, halt du ja selber aus einem Land kommst oder aus einer Situation, in der, weißt du, die einzige Ampel im Kosovo, die war kaputt.

00:40:12: Weil nichts jetzt so trotz, was mich gerade im Wunder ist.

00:40:14: Du hast ja in dem, in dem was du getan hast, über Jahre, verstanden, dass eine Funktion die Formelste steht.

00:40:21: und die mir vermeintlich was zu sagen hat, wie ein Polizist in dem Fall, den habe ich zugehorchen und Folge zu leisten.

00:40:28: Wie kam das dann, dass du eine Polizistin nicht anhält, die Leute erklären wolltest?

00:40:31: Weil ich selber nennen, was mal psychisch belastet war, durch die Erfahrungen im Einsatz und einfach durch solche Erfahrungen dann gemerkt habe, oh Guido, hier musst du aufpassen, du bist wieder im normalen Leben.

00:40:45: Es hat einfach in meinem Leben Erfahrungen benötigt, wie zum Beispiel da, wo ich jemandem sehr ungerechtfertigt und ungehalten, respektlos begegnet bin, um dann auch direkt zu spüren, was das für eine Konsequenz hat, wenn man Menschen so begegnet, dass ich mich gerne entwickeln wollte und musste.

00:41:06: Musstest du dir, um das wiederzuerlangen, was du gerade eben erklärt hast, externel von?

00:41:12: Nein, ich habe das ja relativ schnell gelernt in der eben beschriebenen Situation mit dem Tod der zwei Kameraden.

00:41:20: Ich habe genau drei Dinge getan.

00:41:22: Ich bin proaktiv, bin ich damit umgegangen und habe gesagt, ja, hier ist was Außergewöhnliches passiert, was das Potenzial hat, dich psychisch komplett in der Ecke zu hauen.

00:41:32: Also, das darf nicht passieren.

00:41:34: Ich bin als erstes zum Militärfahrer, dann zum Psychologen, Truppenpsychologe, habe mich bewusst diesen Gesprächssituationen.

00:41:41: gestellt und habe dann auch natürlich genügend abschreckende Beispiele gehabt, die das eben nicht gemacht haben, die ihren Frust, ihre Traurigkeit im Alkohol ertränken wollten, der junge Kameraden, von dem ich eben berichtet, den man nach Hause geschickt haben.

00:41:55: All diese Dinge, das wollte ich für mich nicht und habe dann aus Gesprächen, Erfahrungen aufschreiben und dem Bedürfnis, meine Erfahrungen anderen Menschen weiterzugeben, glaube ich, für mich einen guten Weg, Therapie gefunden.

00:42:12: Mit externer Hilfe meinte ich auch so was wie den Armeefahrer oder den Armeepsychologen.

00:42:18: Also nicht, dass du es komplett mit dir alleine ausgemacht hast, sondern das war schon zwei, drei Tage.

00:42:23: Du bist im Zivilleben, du hast ein Studium absolviert.

00:42:29: Wie kommt man dann als ehemaliger Soldat, der in Jugoslawien war und Betriebswirtschaft studiert hat?

00:42:35: in die Personaldienstleistung?

00:42:37: schräger Zeitarbeit?

00:42:38: Das kann ich dir sagen.

00:42:39: Ich kann mir bis heute noch nicht erklären, worauf ich den Weg eingeschlagen habe, aber das war der schnöde Mammon, der hat mich dahingetrieben.

00:42:46: Der schnöde

00:42:47: Mammon?

00:42:47: Ja, die Kohle, ne?

00:42:48: Ah, das kenne

00:42:49: ich gar nicht.

00:42:49: Ich habe noch

00:42:50: nicht gehört.

00:42:51: Ja, weiß ich, ne?

00:42:52: Arme kalt.

00:42:52: Du kommst auch

00:42:53: irgendwie

00:42:54: aus dem Kanzler.

00:42:54: Pass auf, ich weihe mit wenig Zufrieden, aber auch ganz wenig soll es auch nicht sein.

00:42:58: Mein Anspruch war, ich möchte nicht weniger verdienen als bei der Bundeswehr, also muss es ja mehr werden.

00:43:03: Und jetzt dachte ich ja auch, ne?

00:43:09: Jetzt kommt der Phrasenbereich hier bei uns.

00:43:13: Nein, also ich habe dann einfach ganz old school, man glaubt, dass nicht die Zeitung aufgeschlagen.

00:43:17: Ich habe mir Kölner Stadtanzeiger gekauft und da waren ein paar Anzeigen drin.

00:43:21: Da waren Lidl, Aldi und ein paar andere Discounter und irgendwie war das wohl, glaube ich, der Monat des Lebensmittel-Einzelhandels.

00:43:29: Die wollten irgendwelche Menschen haben.

00:43:31: Jetzt hatte ich ja studiert und das war ein schwerer Punkt Marketing und Personal, dachte ich, geiler Typ bist du jetzt, hast du so ein Studium absolviert, die Welt braucht dich, die haben nur auf dich gewartet.

00:43:43: Hatte mich ja über die Selbstständigkeit während des Studiums bei der deutschen Vermögensberatung, so einem Allfinanzberater rehabilitiert, weil ich ja wusste, ich bin in der Kommunikation nicht so geübt, dass es für den Zivilbereich reicht, hat aber auch nicht den Moment in die Selbstständigkeit zu gehen, also abhängige Arbeit für Geld, dass die Definition eines Arbeitsvertrages.

00:44:02: Ich bin dann auf ein Lebensmittel-Einzelhandel gestoßen.

00:44:05: Die suchten Regionalleiter unseren Zeugs und dachte ich, das ist es.

00:44:08: Regionalleiter klingt geil, ein toller Titel.

00:44:11: Die wollten mir aber nix zahlen, weil ich ja keine Erfahrung aus dem Lebensmittel einzulernen hatte.

00:44:15: Also hatte ich das abgehakt.

00:44:16: Und dann habe ich eine Bewerbung geschrieben an einen großen Personaldienstleister.

00:44:20: Damit kam ich aus deren Akademie.

00:44:22: Ich glaube, in Lüdenscheid sitzen die irgendwo.

00:44:24: Eine Rückmeldung mit so einem komischen Flyer.

00:44:26: Wenn es für ihn, also ich übersetz das jetzt mal, wenn es für ihn tennig reicht, wir verleihen sie auch gerne weiter.

00:44:31: Dann habe ich die angerufen.

00:44:32: Ich habe sie in meinem Brief nicht gelesen.

00:44:34: So, ich wüsste eigentlich, wo ich bin.

00:44:35: So in die Modus.

00:44:37: Und dann sagt sie, Moment, ich informiere mal den Herrn Peh aus S-Bike, dann hat der liebe Roman mich angerufen und sagt, er wollte mir leidkommen, so auch nach Trostow in unserer Niederlassung, dann sprich ich mal mal da hingefahren.

00:44:52: Ja und lange Rede, kurzer Sinn, dann konnte ich am ersten neunten, zwei tausend und sieben da anfangen in einer Niederlassung in Köln und habe dort als Disponent in der Zeitarbeit angefangen.

00:45:06: Die haben einfach dreieinhalb Euro mehr bezahlt als der Lebensmitteleinzelhandel.

00:45:10: Und da kam dem, was ich dann bei der Bundeswehr verdient hatte, zuvor leider nicht wirklich nah.

00:45:16: Aber ich bekam ja von der Bundeswehr noch Übergangsgebühren.

00:45:19: Deswegen war das trotzdem geil und habe ja auch noch Geld von der Vermögensberatung bekommen.

00:45:23: Also insofern passte das alles für

00:45:25: mich.

00:45:25: Man könnte jetzt meinen, du wärst total Geld getrieben.

00:45:27: Ja, war ich.

00:45:27: War Geld geil.

00:45:29: Aber wusste gar nicht, wie wenig sich das eigentlich war, sondern, dass andere Menschen deutlich mehr verdienen.

00:45:33: Absolut.

00:45:33: Aber egal.

00:45:34: Hat Spaß gemacht.

00:45:36: Wir waren gemeinsam bei dem Dienstleister.

00:45:37: Ich glaube, mit Fug und Recht kann man behaupten, dass es eine der besten Einarbeitungen von Personaldienstleistern in Deutschland war, die wir da genossen haben.

00:45:45: Und sonst werden wir wahrscheinlich auch nicht in den Positionen, in denen wir heute sind.

00:45:47: Du bist jetzt aktuell Prokurist eines Dienstleisters hier in Deutschland, in Gesamtdeutschland tätig für den Bereich Pflege und...

00:45:55: Sozialpädagogik passt super zu Bundeswehr.

00:45:57: Ohne Witz.

00:45:57: Soll ich da ganz ehrlich was sagen?

00:45:59: Willst du mir alles erzählen können?

00:46:00: Aber niemals, dass du Prokurist für Pflege und der Zivilpädagogik.

00:46:04: Ich

00:46:05: kann das ja heute noch gar nicht glauben.

00:46:07: Aber das ist vielleicht die andere Seite in mir.

00:46:09: Und ich glaube so hart und klar ich in der Sache bin, so sehr fühle ich auch Die Dinge, die das Ganze irgendwie begleiten, schwer machen, leicht machen, wie auch immer.

00:46:23: Ich gebe mir halt immer Mühe, den Mensch hinter der Rolle nichts aus dem Auge zu fallen.

00:46:28: Ich hatte in meinem letzten Podcast Sven Korndorfer von der Werte Kommission hier.

00:46:31: Und er hat gesagt, Führung bedeutet nicht, dass ich der Beste am Brett sein muss, was fachlich und sachlich anbelangt, sondern ich muss den Menschen mitnehmen, verstehen, mit ihm zusammenarbeiten.

00:46:43: Also das heißt, wenn ich morgens reinkomme und ich merke, mit dem Gilo stimmt irgendwas nicht.

00:46:47: dann packe ich den nicht in Watte, sondern ich frage den Gido, du bist heute anders als sonst?

00:46:51: Und der Gido sagt dann, ja genau, ich bin mit einem falschen Bein aufgestanden oder mir ist irgendwas passiert, dann muss ich mich auch darauf einstellen.

00:47:00: Würdest du

00:47:00: sagen, die neben der Führungsarbeit, die du bei der Bundeswehr gemacht hast und bei dem Dienstleister, bei dem wir beide gearbeitet haben?

00:47:13: Das war ja eh schon Welten von Führung und Führung an Unterschied, dass sich dein Führungsverhalten gegenüber deinen Mitarbeitenden noch mal ein Stück weit geändert hat in den letzten zwei bis fünf Jahren?

00:47:26: Ja, ich hoffe doch sehr.

00:47:27: Also wir haben gewichtelt.

00:47:29: diese Woche und schade, dass ich die Karte nicht dabei habe, habe ich mein Wichtel geschenkt bekommen.

00:47:37: Schwarze Mütze sowie du nur ein bisschen für einen größeren Kopf gemacht.

00:47:42: Statt vorne drauf geiler Typ mit Glatze.

00:47:46: Fand ich ganz süß.

00:47:48: Viel schöner als die Mütze war, aber tatsächlich die Karte selber.

00:47:53: Da stand vieles über meine Werte drinnen.

00:47:58: hart in der Sache und all diese Dinge, Klarheit, Verlässlichkeit, Verbindlichkeit, Disziplin.

00:48:09: Genau, wenig Motivation, aber viel Disziplin.

00:48:14: Unter dem Strich und zwischen den Zeilen, das war immer so eine Klatsche für die für die harten Momente, die ich schon mal schaffe in der Führung, aber letztendlich auch eine fette Umarmung für das Mensch sein.

00:48:25: Würdest du sagen, du bist Typ Zuckerbrot und Peitsche?

00:48:29: Nee, ich bin eher Typ Gerechtigkeit und Fähr.

00:48:33: Ja, also es gibt euch mal einen Zwischen der Hörner.

00:48:37: Aber nur dann, wenn ich tatsächlich auch vorher sichergestellt habe, dass über das, was ich hineingegeben habe in das System Mensch, auch was gescheites rauskommen kann, wenn das aber in der Verarbeitung nicht funktioniert und die Person sich im Zweifelsfall weigert dazu zu lernen oder wie auch immer, dann könnte ich aus der Buchse springen.

00:48:56: Das ist nicht schön.

00:48:58: Ja, schwer auszuhalten.

00:49:01: Das wirst du auch niemals ablegen, egal welcher Funktion.

00:49:05: Fühlst

00:49:05: du dich wohl mit dem, was du gerade im Mass?

00:49:07: Ich will das mal so sagen, ich habe einen Zustand erreicht, in dem sich Arbeit nicht mehr nach Arbeit anfühlt und das wünsche ich jedem.

00:49:15: Hast mitbekommen, dass ich gesagt habe, nie war ein Thema aktueller.

00:49:19: Es passt gerade eben ganz gut, dass du da bist, über deinen Einsatz in die US-Labyen gesprochen hast und deine Zeit bei der Bundeswehr.

00:49:24: Denn wenn ich an meinen dreieinhalbjährigen Sohn denke, der irgendwann, weil es ja jetzt wieder up to date ist, die Frage nach dem Wehrdienst gestellt bekommt, ich glaube, dabei wird es nicht bleiben, wie siehst du die aktuelle Situation?

00:49:36: ein paar Worten, ein paar Sätzen?

00:49:37: Ist das gut?

00:49:38: Ist es nicht gut?

00:49:39: Wie siehst du die aktuelle Bundeswehr?

00:49:41: Hattest du nochmal den Gedanken, nochmal zurück zu gehen zur Bundeswehr?

00:49:45: Also ich glaube, dass das System Bundeswehr unsere Gesellschaft nicht retten wird.

00:49:49: Wir haben ein grundsätzliches Thema in der Gesellschaft, was es gilt anzugehen.

00:49:55: Insgesamt glaube ich, dass wir die Politik, also die Außenpolitik oder Verteidigungspolitik, die im Moment in Europa und der Welt gefahren wird, keine gute Richtung nimmt.

00:50:07: Ich glaube auch, dass wir mit dem Wehrdienst den hätte man nie abschaffen dürfen.

00:50:12: Mindestens mal hätte man ein soziales Pflichtjahr, weiter für alle Geschlechtergruppen hätte man nie abschaffen dürfen.

00:50:22: Und man hätte denen, die vielleicht keine soziale Arbeit hätten leisten wollen in diesem Pflichtjahr, weiter die Möglichkeit bieten müssen.

00:50:32: ohne dass man im Losverfahren da zu übergeht auch Wehrdienst zu leisten.

00:50:38: Jetzt haben wir ja die aktuelle Situation so wie sie ist.

00:50:40: Würdest du mit deinen gemachten Erfahrungen und dem Wissen heute jedem Jungen Und jede Mädchen dazu raten zur Bundeswehr zu gehen?

00:50:51: Super.

00:50:52: Dann bedanke ich mich jetzt für diesen Punkt.

00:50:53: Du musst oft eine Frage stellen.

00:50:54: Nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein,

00:50:55: nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein,

00:50:57: nein, nein,

00:50:57: nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein prägend im positivsten Sinne sein kann.

00:51:11: Also banale Sachen.

00:51:13: Ich war total der Schlunz zu Hause.

00:51:15: Ich bin ja von der Mama in Watte gepackt worden.

00:51:19: Ich war zu blöden Hemd oder ein T-Shirt zu falten.

00:51:21: Du bist ein typischer

00:51:22: Ballspieler und dann kommt sofort jemand anderes an.

00:51:25: Der eine andere Meinung hat als du und sagt ja dafür aber keine Bundeswehr, lieber Guido.

00:51:29: Ja,

00:51:30: du, da kannst du ja sehen, wie du willst.

00:51:31: Wenn du nicht zur Bundeswehr gehen willst, dann tu was anderes für die Gemeinschaft.

00:51:35: Ja, dann geh ins Krankenhaus und kümmer dich um alte Menschen.

00:51:38: Du musst keine Spritzen setzen oder sonst irgendwas.

00:51:41: Aber dann geh hin, ja, guck dir mal unser Gesundheitssystem an oder unser Sozialsystem.

00:51:45: Es gibt genügend Menschen in der Gesellschaft, die einfach Unterstützung gebrauchen können.

00:51:49: Ja, und dann mach was Sinnvolles.

00:51:52: Aber stell dich mal in die zweite Reihe, gib mal ein bisschen was von deinem Egoismus auf und gib das anderen.

00:51:59: Also

00:52:00: meinst du grundsätzlich ein soziales Jahr würde jedem gut tun, das muss nicht unbedingt Bundeswehr sein, sondern ein Dienst für die Allgemeinheit, so jetzt im Groben genannt.

00:52:10: Genau

00:52:11: ich persönlich würde jederzeit wieder zur Bundeswehr gehen, weil es mich positiv geprägt hat, ganz klar.

00:52:15: Das hat noch mal ganz stark mit meinen Werten was gemacht, die haben sich verändert auch dadurch.

00:52:22: Und das habe ich damals als Soldat schon gesagt, dass ich vor jeder Krankenschwester, vor jedem Altenpfleger, vor jedem Fahrdienst Mitarbeiter der Menschen, die körperlich oder geistig beeinträchtigt sind, von A nach B für Assistenten im Assistenzdienst zur sozialen Teilhabe ziehe ich den Hut, weil sie eben was für den Menschen tun, für die Gesellschaft leisten.

00:52:42: Ja,

00:52:43: verstehe ich.

00:52:44: Wir kommen langsam zum Ende unserer Folge.

00:52:46: Ein Zwanzigjähriger steht vor dir, welchem Satz würdest du ihm heute mitgeben?

00:52:51: ohne große Erklärung?

00:52:53: Interpretiere Work-Life-Balance so, dass du Arbeit und Leben nicht voneinander trennst.

00:53:00: Leiste was, wenn du was erreichen willst.

00:53:05: Also Leistung gleich erreichen.

00:53:07: Ja, weil das Leben darauf wartet nicht, dich zu unterstützen.

00:53:13: Du musst die Dinge angehen, du musst selber dafür sorgen, dass es vorangeht.

00:53:19: Erwarte einfach von niemandem irgendetwas, sondern nur von dir selbst und das Allerbeste.

00:53:27: Mach dich gerade, trät für deine Werte ein, nehm Haltung an.

00:53:32: Ja, wirklich.

00:53:33: Werte und Haltung.

00:53:35: Werte ist das, was in dir passiert und die Haltung ist das, was es nach außen zeigt.

00:53:39: Das hört sich jetzt gerade eben so an, als du das gesagt hast in dem Haltung, als wärst du jetzt gerade mit mir auf dem Kaserrenhof und ich laufe da schon so.

00:53:45: Ja, würde ich ja, hier sitzen Sie hier, da könntest du da hin.

00:53:48: Spaß befreit.

00:53:50: Nee, aber wir sitzen den ganzen Tag, wir zwei am Schreibtisch wahrscheinlich.

00:53:54: Wir arbeiten die ganze Zeit nach vorne, wir haben keine gute Haltung.

00:53:59: Und das jetzt aufs Körperlich übertragen, wenn ich mich aber gerade mache im tatsächlichen Sinne, dann wirke ich doch ganz anders.

00:54:07: Ich möchte ja, dass mein Umfeld an mir ablesen kann, wer ich bin und für was ich einstehe.

00:54:15: Aber du würdest keinem gefallen.

00:54:16: Nein, ich muss keinem gefallen.

00:54:18: Ich muss ja, ich muss doch morgens in den Spiegel gucken und will mich da doch selber erkennen.

00:54:24: Dann bin ich tatsächlich authentisch.

00:54:26: Wenn ich führe oder mit Menschen arbeite, gemeinsam im Team ein Ziel erreichen will, dann muss ich berechenbar sein und dann muss ich für meine Werte einstehen, da muss ich klar sein, in dem was ich fordere, klar sein, in dem was ich bereit bin einzubringen.

00:54:41: und ich muss vor allen Dingen, wenn wir jetzt über Führung sprechen würden, ja Haltung annehmen und nach Außensignalisiern, egal wie es intern scheppert, dass das mein Team ist, dass ich für die einstehe.

00:54:53: Mit der Erklärung

00:54:55: von Berechenbarkeit als Führungskraft hast du mein Moment der Verwirrtheit bezüglich der Haltung, die du genannt hast, umgekehrt und ich habe es jetzt verstanden.

00:55:02: Das habe ich... Genau, dann ist es in die richtige Richtung, also für mich in die richtige Richtung gegangen.

00:55:06: Ich habe mich letztens auch mit einem guten Freund drüber unterhalten, der gesagt hat, er kann dieses Wort Haltung, das hat jetzt mittlerweile negativen Touch für ihn, weil als jeder, also es wird oft gebraucht und viele haben eine Haltung, die haben aber keine Haltung, die haben eine Meinung.

00:55:18: Und eine Meinung ist keine Haltung.

00:55:20: Das verstehen viele oder es gibt einige, die verstehen das nicht.

00:55:23: Aber das ist bei mir jetzt definitiv angekommen.

00:55:27: Okay.

00:55:31: Was ist für dich heute wichtiger als früher, weil es das Leben dir gezeigt hat?

00:55:36: Ja, lebe jeden Tag.

00:55:37: Das wird der Letzte sein.

00:55:40: Das klingt

00:55:40: gut.

00:55:42: Dann hat es

00:55:42: Spaß gemacht.

00:55:43: Danke.

00:55:43: Das

00:55:43: war sehr kurzweilig.

00:55:45: Schön.

00:55:47: Und ich... Nehmen wie immer irgendwas davon, nicht irgendwas.

00:55:51: Ich werde was mitnehmen.

00:55:52: Aber an dich die Frage, was nimmst du heute mit?

00:55:54: Dass das eine geile Veranstaltung war, dass du der perfekte Ansprechpartner bist, dass der Podcast in Arbeit eine gute Plattform ist und sein wird, auch in Zukunft, um... Themen ganz frei und von der Leber heraus besprechen zu können, um im besten Fall einfach nur eine Botschaft zu senden.

00:56:13: Ich erwarte keinen Applaus und gar nichts, sondern es war einfach eine geile Sache mit dir hier.

00:56:17: Ich drück dir persönlich für den Podcast weiterhin die Daumen und ich nehme für mich mit, dass auch das wieder eine Erfahrung in meinem Leben ist, die ich nicht hätte missen wollen.

00:56:29: Danke.

00:56:29: Sehr, sehr

00:56:29: gerne, sehr, sehr gerne.

00:56:31: In diesem Sinne, wenn ihr mehr über Guido erfahren wollt, wenn ihr sein Buch kaufen wollt, ich verlinkt Guido und ansonsten würde ich mich freuen.

00:56:41: Wie immer,

00:56:43: liked,

00:56:44: halt, werdet follower.

00:56:46: Davon lebt der Podcast in Arbeit.

00:56:48: Das ist mein Sprit, den ich brauche, um nach vorne zu kommen, um weiter solche geile Folgen wie mit Guido aufnehmen zu können.

00:56:54: Gutes neues Jahr wünsche ich euch noch und passt auf euch auf.

00:56:58: Wir bleiben in

00:57:14: Arbeit.

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